Spannnung regulieren

Spannung regulieren als Akt der Selbstfürsorge

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich konnte früher nicht unbedingt etwas Konkretes antworten, wenn ich gefragt wurde, wie mein Tag so war.

Irgendwie verschwamm der Tag im Nebel. Ich hatte ihn nicht so bewusst wahrgenommen.

Ich hatte nur funktioniert. Ich hatte nur reagiert.

Vielleicht wäre mir bei genauerer Betrachtung aufgefallen, dass ich eigentlich schon genervt war, als ich bei der Arbeit ankam, da ich aufgrund eines Staus 15 Minuten länger gebraucht hatte und dann auch noch nicht schnell genug einen Parkplatz gefunden habe.

So kam ich zwar gerade noch so pünktlich zu meiner ersten Therapiesitzung, hatte aber keine Zeit mehr, mir einen Tee zu kochen und mich innerlich auf den Tag einzustimmen.

In der Mittagspause ging die Hetze dann irgendwie weiter. Statt mich zu erholen, haben ich Mittag gegessen und nebenbei noch E-Mails beantwortet.

Für den Nachmittag war nicht mehr wirklich etwas Besonderes erinnerbar. So könnte ein ganz normaler Tag aussehen.

Ich hatte mich im Alltagstrott verloren und den Tag nicht bewusst gelebt. Ich hatte mich leben lassen.

 

Die einzige Wahrheit ist das Hier und Jetzt

Soweit eine tibetische Weisheit. Im Hier und Jetzt zu sein, bringt Dich vom Reagieren zum Agieren, vom gelebt werden zum Leben.

Doch was kann helfen, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren, wenn wir uns in Gedanken verlieren?

Oder wenn wir aus reiner Überforderung heraus in den Funktionieren-Modus wechseln?

 

 

Mit einem Rosenbad Spannung regulieren

 

 

Das Ressourcenbarometer

Lydia Hantke und Hans-Joachim Görges beschreiben in ihrem Buch „Ausgangspunkt Selbstfürsorge“ eine tolle Übung, um sich schnell wieder im Hier und Jetzt zu verorten: Das Ressourcenbarometer.

Mit dieser Übung checkst Du in Sekundenschnelle Deinen Kontakt zwischen Kopf und Bauch ab.

Hier sind die einzelnen Schritte dazu:

1. Nimm ganz bewusst eine Außenstelle Deines Körpers wahr, mit der Du einen Gegenstand berührst!

Das könnten z.B. Deine Fußsohlen sein, die den Fußboden berühren.

Oder Du nimmst bewusst wahr, wie Dein Hintern auf dem Stuhl sitzt.

Du kannst auch einen Stift in die Hand nehmen und spüren, wie er in Deiner Hand liegt.

2. Konzentriere Dich auf diesen Kontakt!

Wie deutlich ist dieser Kontakt für Dich wahrnehmbar?

3. Schätze auf einer Skala von 1-10 ein, wie deutlich Du diesen Kontakt wahrnimmst.

1 bedeutet „So gut wie kaum wahrnehmbar.“ und 10 „sehr deutlich wahrnehmbar“.

Wo genau befindest Du Dich?

Es geht hier nur um eine Momentaufnahme.

Es kann sein, dass Du es in ein paar Minuten ganz anders wahrnimmst.

4. Reicht Dir der Wert auf der Skala?

Nehmen wir einmal an, Du hast Dich für eine 5 entschieden.

D.h. Du fühlst Dich so halb im Hier und Jetzt verankert.

Empfindest Du das als ausreichend?

Oder möchtest Du deine Präsenz im Augenblick weiter verbessern?

Sagen wir einmal auf 8?

5. Falls nicht, justiere nach!

Es kommt auf die Situation an, in der Du Dich gerade befindest.

Wenn Du z.B. gleich eine Therapiesitzung mit einer Klientin hast, ist es sicher hilfreich, wenn Du auf mindestens eine 8 gehst.

Hast Du Dich aber zu einer Joggingrunde mit Deiner besten Freundin verabredet, reicht sicher auch eine 5.

Wenn Du Deine Präsenz im Hier und Jetzt steigern möchtest, könntest Du z.B. mal kurz das Fenster aufmachen und tief durchatmen oder eine Erdungsübung machen.

6. Konzentriere Dich noch einmal auf die gleiche Körperstelle!

Spüre noch einmal an die Stelle, an der Du den Kontakt vorher wahrgenommen hast.

Du könntest Dich aber auch für eine andere Stelle entscheiden und dort hin spüren.

7. Nimm eine erneute Einschätzung auf der Skala vor!

Wieder wählst Du einen Wert zwischen 1 und 10, um Deine Wahrnehmung im Hier und Jetzt zu beurteilen.

Du erinnerst Dich? 1: „kaum wahrnehmbar“ und 10: „sehr deutlich wahrnehmbar“.

8. Hat sich der Wert verändert?

Ist der Wert gleichgeblieben oder gab es eine Veränderung?

Hat die Maßnahme, die Du ergriffen hattest, zu einer stärkeren Präsenz geführt?

9. Falls Du Deine Verankerung im Hier und Jetzt verstärken möchtest, arbeite Dich auf der Skala nach oben vor.

Du könntest eine Achtsamkeitsübung machen, um Deinen Wert zu verbessern oder Dir sogar eine Art Puffer zu verschaffen. Dabei könnte EFT (Emotional Freedom Technique) sehr hilfreich sein.

Wie Du EFT durchführst, kannst Du in diesem Blogartikel nachlesen: https://marion-kellner.net/eft-gegen-burnout/.

 

Dieses Ressourcenbarometer hilft Dir dabei, eine bessere Zusammenarbeit von Körper und Geist zu erreichen.

Je besser Du Dich und Deine Umwelt wahrnehmen kannst, desto leichter kannst du auf Deine Ressourcen zurückgreifen und sie nutzen.

Du wirst dadurch in die Lage versetzt eine Wahl zu treffen: wie Du handeln möchtest oder wie Du reagieren möchtest.

Du kannst damit überprüfen, ob Du in dem Moment Zugriff auf Deine Kompetenzen hast oder nicht.

Und Du weißt, ob Du etwas verändern musst, um bestmöglich in der Präsenz des Augenblicks zu sein.

Ich freue mich darauf, von Deinen Erfahrungen mit dieser Übung zu lesen: kontakt@marion-kellner.net.

 

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