Erdung mit Kosmos

Erdung – ein wichtiges Tool für Deine Entspannung

Vor allem Menschen, die Yoga machen, ist Erdung bekannt. Denn da geht es darum, das Wurzelchakra zu stärken, um sich besser zu erden. Aber auch in vielen anderen Bereichen wird viel von Erdung gesprochen.

Was versteht man genau unter Erdung?

Erdung bedeutet, dass man mit beiden Beinen auf dem Boden steht. In der ganz praktischen Bedeutung, aber auch im übertragenen Sinne. Manche sprechen auch von einer inneren Sicherheit oder Geborgenheit.

Es geht dabei darum, den Kontakt zum Boden und zur Erde zu spüren. Viele Erdungsübungen arbeiten damit, sich vorzustellen, wie Wurzeln tief in die Erde hineinwachsen. Dadurch fühlen wir uns dann auch innerlich mehr verankert. Wir spüren wieder mehr unsere Kraft und fühlen uns ausgeglichen.

Du kannst es aber auch als eine bewussten Verbindung mit Deinem Körper im Hier und Jetzt verstehen. Mit Erdung entladen wir überschüssige emotionale Energie, die sich durch unsere Kopflastigkeit angestaut hat. Gleichzeitig nehmen wir positive Energien aus der Erde auf, die uns stärkend durch den Tag begleiten.

Warum ist Erdung überhaupt wichtig?

Ohne Erdung fehlen Dir der innere Halt und die Stabilität, um ruhig und gelassen, die schwierigen Situationen im Leben anzugehen. Der Grad unserer Erdung zeigt uns, wie stark wir mit beiden Beinen im Leben stehen, aber auch wie sehr wir uns bewusst wahrnehmen und wie gut wir unsere Meinung äußern können.

Erdung hilft Dir im Hier und Jetzt zu bleiben. Wenn Du geerdet bist, fließt Deine Energie weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft, sondern in den gegenwärtigen Augenblick. Nur wenn Du in der Gegenwart bist, kannst Du Dein Leben neu erschaffen.

Erdung

  • bringt Dich zurück in die Mitte,
  • hilft Dir beim Loslassen von allem, was Dich belastet,
  • befreit Dich von Energien, die Du von anderen Menschen aufgenommen hast und die Dir möglicherweise nicht gut tun.

Woran erkennst Du eine fehlende Erdung?

Ein Nicht-geerdet-Sein kann sich in einer Tendenz, sich nicht der Verantwortung stellen zu wollen, äußern.  Dies kann neben Gefühlen von Unsicherheit im Extremfall bis hin zu starken Ängsten und Phobien führen. Mangelndes Selbstbewusstsein und fehlende Selbständigkeit können ebenfalls ein Indikator für fehlende Erdung sein.

Ungeerdete kennen das Gefühl, auf der Stelle zu treten und Ihre Aufgaben nicht erledigen zu können, sehr gut. Sie können sich nicht gut konzentrieren und hängen stattdessen lieber ihren Tagträumen nach.

Vielen fällt es schwer, sich zu entscheiden. Manche fühlen sich wie von der Welt abgeschnitten. Es fällt schwer, sich zu spüren oder im Kontakt mit sich zu sein. Manche spüren verstärkt Ohnmachtsgefühle und fehlende Sicherheit. Nicht wenige flüchten in diverse Süchte.

Selbst auf der körperlichen Ebene lässt sich eine fehlende Erdung erkennen. Füße, Beine und das Becken fühlen sich kalt an und sind schlecht durchblutet. Betroffene frieren schnell. Kopfschmerzen können genauso gut auftreten wie Sehschwierigkeiten oder ein beeinträchtigter Hörsinn. Auch Verdauungsschwierigkeiten können auftreten.

Da viele den Kontakt zu ihrem Körper verloren haben, kümmern sie sich zu wenig um ihn und das körperliche Wohlempfinden. Besonders das Wurzelchakra ist nicht in Balance, was Auswirkungen auf alle anderen Chakras hat.

Es gäbe noch so viel mehr aufzuzählen. Ich denke aber, dass Dir bereits sehr deutlich geworden ist, dass wir für eine gute Erdung sorgen sollten. Ganz besonders dann, wenn es um Burnout geht und wir wieder in unsere Balance finden wollen.

Erdung: Barfuß laufen

Was bringt Dir eine gute Erdung?

Nachdem wir uns angeschaut haben, was eine fehlende Erdung anrichten kann, schauen wir mal darauf, was für positive Effekte eine gute Erdung haben kann.

Eine Wirkung ist, dass Du Deine Intuition verfeinern kannst, wenn Du gut geerdet bist. Sie hilft Dir auch, besser für Dich und Dein soziales Umfeld zu sorgen, denn sie stärkt Deine Kraft. Körper, Seele und Geist sind mehr im Gleichgewicht.

Du behältst einen klaren Kopf  und verankerst Dich besser in der Gegenwart. Außerdem hilft eine gute Erdung bei vielen körperlichen Beschwerden wie z.B. akuten und chronischen Entzündungen, Autoimmunerkrankungen oder depressiven Verstimmungen.

Für wen ist eine gute Erdung hilfreich?

Sehr hilfreich ist Erdung für burnoutgefährdete Menschen, die oft gestresst und überarbeitet sind. Auch für sehr kopflastige Menschen mit der Tendenz zu Grübeleien und Tagträumen kann eine gute Erdung unterstützend sein. Menschen, denen es schwerfällt im Hier und Jetzt zu bleiben, werden Erdung als hilfreich erleben.

Unausgeglichenheit kann wieder in Balance gebracht werden. Eine gute Erdung unterstützt traumatisierte Menschen, die sich von ihrem Körper abgetrennt fühlen, aber auch Personen, die unter Angst und Panik leiden. Erdung ist auch bei allen Arten von Süchten sehr wertvoll.

Helfen kann es ebenfalls Menschen, denen Urvertrauen fehlt oder denen es schwerfällt, im Leben richtig Fuß zu fassen. Auch häufige Verletzungen, überall anstoßen und das Verlegen von Dingen können durch eine gute Erdung verbessert werden.

Meine besten Tipps für eine gute Erdung

Alles was hilft, Dein Wurzelchakra zu stärken, verbessert Deine Erdung. Denn das Wurzelchakra stärkt uns, wenn wir die Bodenhaftung verloren haben!

Das Wurzelchakra befindet sich am unteren Ende der Wirbelsäule und ist eines der sieben Hauptchakren. Es ist zuständig für das Gefühl von Sicherheit, für unsere grundlegendsten Bedürfnisse, aber es steht auch für familiäre Verbindungen und dafür, wie wohl wir uns in unserem Körper und in unserer Welt fühlen. Wenn Dein Wurzelchakra in Balance ist, hast Du eine solide Basis für die Öffnung der oberen Chakras.

Meditation ist ein Weg, um Dein Wurzelchakra wieder in Balance zu bringen. Außerdem kannst Du Dich auch weiterer Hilfsmittel bedienen, die diesem Chakra zugeordnet sind. Dazu gehören Heilsteine, Farben, Düfte und das Mantra LAM. Die Schwingungen, die beim Rezitieren dieses Mantras entstehen, harmonisieren Dein Wurzelchakra. Ist Dein Wurzelchakra ausgeglichen, kannst du negative Gedanken und Gefühle loslassen und Dich von Dingen, die Dir nicht guttun, befreien.

Alles Rote stärkt Dein Wurzelchakra ebenfalls. Viele empfehlen, eine rote Unterhose oder rote Schuhe zu tragen. Da Rot eine meiner Lieblingsfarben ist und ich es liebe, mich von oben bis unten sowie innen nach außen Ton in Ton zu kleiden, fällt mir das gar nicht schwer. 🙂

Vielleicht kannst Du auch etwas mit Heilsteinen anfangen? Der rote Jaspis hilft Dir dabei Dich zu erden. Du kannst ihn im Bereich des Wurzelchakras auftragen oder auch als Ohrring, Kette oder Ring tragen.

Du kannst auch einen Rosenquarz oder eine Salzlampe in Deine Hände nehmen und dort hinein atmen. Auch dies wird Dich besser erden.

Wasser ist unverzichtbar, wenn Du Dich genügend erden möchtest. Trinke daher ausreichend Wasser!

Möchtest Du es einmal ausprobieren, Dich auf den Boden zu legen, mit einer schönen entspannenden Musik für Dich an und mal bewusst wahrzunehmen, wie es sich anfühlt, auf dem Boden zu liegen und die Beschaffenheit der Unterlage wahrzunehmen?

Verbinde Dich bewusst mit Dir und Deinem Körper, wenn Du im Außen unterwegs bist. Spüre, wie Deine Füße den Boden berühren. Mache einen kleinen Body-Check. Wie fühlt sich der Kontakt zum Boden an?

Verbringe möglichst viel Zeit in der Natur! Am besten verbindest Du es mit sportlichen Aktivitäten, wie joggen oder einen Spaziergang zu machen. Nehme Deinen Körper dabei bewusst wahr!

Mein wichtigster Tipp jedoch ist, Dich bei meinem gratis Online-Adventskalender mit 24 Entspannungs-Quickies anzumelden! Denn dort bekommst Du von mir eine Erdungsübung, die ich bei Bahar Yilmaz und Jeffrey Kastenmüller gelernt und ein wenig gekürzt habe. Am 8.12. steht Dir diese Übung auch 24 Stunden lang zum Download bereit.

Hier kannst Du dich zum gratis Adventskalender anmelden:

Meine 8 besten Entspannungsmethoden

Meine 8 besten Entspannungsmethoden für Deinen Alltag

Wir alle haben vermehrt mit Stress und belastenden Situationen zu kämpfen – sei es beruflich oder privat. Wenn der Stress nur kurze Zeit andauert, sind wir in der Lage, diesen gut zu kompensieren. Was ist aber, wenn er länger anhält?

Dann wäre es gut, für genug Ausgleich in unserem Alltag zu sorgen. Hier stelle ich Dir meine besten Tipps zu verschiedenen Entspannungsmethoden vor. Vielleicht ist da auch etwas für Dich dabei?

Wie wäre es mit einer Runde Yoga?

Yoga gehört auch in west-europäischen Ländern inzwischen nicht mehr zu den exotischen Entspannungstechniken, sondern ist weitverbreitet. Allerdings gibt es so viele verschiedene Yoga-Arten, dass Du die Qual der Wahl hast.

Früher machte fast jede:r Hatha-Yoga. Doch heute kannst Du wählen zwischen Ashtanga-Yoga, Yin-Yoga, Vinyasa Yoga, Kundalini-Yoga oder sogar Lach-Yoga, um nur einige zu nennen. Wie gehst Du am besten vor, um die zu Dir passende Yoga-Art zu finden?

Viele Yoga-Studios bieten Schnupper-Stunden an, dank Corona mittlerweile auch häufig online. So kannst Du am eigenen Leib erfahren, welches Yoga am besten zu Dir passt und womit Du Dich wohlfühlst.

Yoga bietet den Vorteil, dass es sehr ganzheitlich ist und praktisch alles mit abdeckt: Körper, Geist und Seele. Es bietet damit auch viele Möglichkeit, Dein Leben auf verschiedenen Ebenen zu verändern.

Neben den körperlichen Übungen, Asanas genannt, bieten auch die Atemübungen, sog. Pranayama, viele Möglichkeiten zur Entspannung und zum Wohlbefinden. Der philosophische Überbau des Yoga hilft Dir, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen.

Worauf wartest Du also noch? Buche Dir am besten gleich eine Schnupperstunde im nächsten Yoga-Studio!

Hast du schon mal eine Meditation ausprobiert?

Die Wahrscheinlichkeit ist eher recht hoch, oder? Auch Meditationen gibt es so viele unterschiedliche wie Sand am Meer.

Es ist inzwischen nachgewiesen, dass regelmäßiges Meditieren Stress verringert und zu einer tiefen Entspannung führt. Du kannst Dich aber auch besser konzentrieren und kannst damit sowohl psychische als auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglicherweise verhindern. Mediationen helfen auch dabei, das ständige Gedankenkarussell anzuhalten. 

Entgegen der landläufigen Meinung ist meditieren nicht nur etwas für fernöstliche Meister:innen, sondern meditieren kann wirklich jede:r.

Online kannst Du ganz viele verschiedene Anleitungen zur Meditation kostenlos finden. Auch hier gilt: Probiere einfach verschiedenes aus und spüre nach, was Dir liegt.

Der Einstieg gelingt am leichtesten, wenn Du mit nur 5 Minuten täglich beginnst und Dich dann immer weiter steigerst. Du wirst sehen, dass es Dir mit der Zeit immer weniger schwerfällt, während der Meditationsphasen an nichts zu denken.

Lass Deiner Fantasie freien Lauf!

Vielleicht fragst du Dich, was der Unterschied zwischen einer Fantasiereise und einer Meditation ist.

Man könnte eine Fantasiereise als eine geführte Meditation betrachten. Doch ganz streng genommen, ist sie keine Meditation – zumindest nicht nach fernöstlicher Tradition.

Während die Meditation eine stille Technik ohne äußeren Einfluss ist, bei der Körper, Seele und Geist durch Konzentration auf die Atmung zur Ruhe und Entspannung kommen, wird bei der Fantasiereise durch äußere Lenkung eine bewusste Imagination erzeugt, die entspannend wirkt.

Auch Fantasiereisen lassen sich kostenlos im Internet finden.

Erdung gibt Dir Stabilität

Viele von uns wissen, wie wichtig Erdung  ist – und doch scheint es so schwierig, sie in unserem Alltag einzubauen bzw. daran zu denken.

Erdung hilft Dir, Dich zu stabilisieren, wenn Du emotional aufgewühlt bist, aber auch wenn Du erschöpft bist und Dir die Energie fehlt. Eine gute Erdungsübung bringt Dich wieder ins Gleichgewicht.

Überforderndes und Belastendes kannst Du kannst Du einfach in den Boden abgeben und Dich so davon befreien. Erdung hilft Dir, wieder in Deiner Mitte anzukommen.

Eine Erdungsübung der besonderen Art kannst Du übrigens in meinem gratis Adventskalender finden. Hier kannst du Dich dazu anmelden.

Tolle Entspannungsmethode: Selbst-Hypnose

Hypnotize yourself!

Noch tiefer als eine Fantasiereise geht die Entspannungs-Hypnose.

Eine Hypnose ist so effektiv, da sie direkt unser Unterbewusstsein erreicht. Durch die Trance kommen wir in ein sehr intensives Erleben und die Entspannung wirkt sehr tief.

Du fährst Dein ganzes System herunter und nimmst eine Auszeit von Deinem Alltag – ein kleiner Kurzurlaub. Hypnose ist ein wunderbares Mittel gegen Burnout.

Und das Beste ist: Du kannst es selbst durchführen. Du kannst Dir selbst einen vorbereiteten Text „auf Band“ sprechen, der Dich in die Trance führt oder Du nutzt eine der vielen Hypnosen, die es im Internet zu finden gibt.

Klopfe Dich in die Entspannung!

EFT – Emotional Freedom Technique ist auch eine wundervolle Methode, um Dich zu entspannen. 

Diese Klopftechnik stammt aus der energetischen Psychologie und führt durch die Stimulierung von Akkupressurpunkten sowohl körperliche als auch emotionale Entspannung herbei.

Was mir neben der schnellen Effektivität von EFT sehr gut gefällt ist, dass man es einfach erlernen und selbst anwenden kann – in praktisch jeder Alltagssituation.

Mein Blogartikel erklärt Dir genau, wie Du EFT erlernst. Es gibt auch ein Video dazu, damit ich Dir die entsprechenden Punkte genau zeigen kann.

Qigong – Bring Deine Lebensenergie in Fluss!

Diese energetischen Körperübungen aus China sind jahrtausendealt.

Die Übungen tragen dazu bei, dass die Lebensenergie Chi ungehindert im Körper fließt und damit alle Körperfunktionen richtig funktionieren.

Jegliche Form der emotionalen Unausgeglichenheit kann die Lebensenergie stauen. Dieser Stau kann durch konzentrierte Qigong-Übung gelöst und die Selbstheilungskräfte angeregt werden.

Somit wird auch das Immunsystem gestärkt. Quigong fördert die innere Harmonie.

Ganz entspannt mit autogenem Training

Auch das autogene Training führt zu Entspannung und Ruhe sowie zu einem verbesserten Konzentrationsvermögen.

Wenn du autogenes Training regelmäßig durchführst, hilft es Dir dabei, mit Stress besser umzugehen. Diese Übung kannst du im Liegen oder in der sog. „Drogenkutscherhaltung“ im Sitzen machen.

Deine Gedanken und Imaginationen werden von Sätzen geleitet wie z.B. „Ich bin ganz ruhig.“ oder auch „Mein rechter Arm ist ganz schwer.“ Die Körperempfindungen folgen diesen Suggestionen. 

Ich hoffe, bei diesen Anregungen ist etwas für Dich dabei, das alltagstauglich ist und das Du Lust hast auszuprobieren.

In einige der obengenannten Methoden kannst Du hineinschnuppern, wenn Du Dir meinen gratis Online Adventskalender holst. Zusammen mit 23 anderen Kolleg:innen habe ich einen Adventskalender mit 24 verschiedenen Entspannungs-Quickies gestaltet.

Jeden Tag kannst Du etwas Neues ausprobieren und Dir diese Übung am jeweiligen Tag sogar herunterladen und behalten.

Zusätzlich kannst Du an einer Verlosung von vielen tollen Gewinnen teilnehmen!

Lass diese tolle Gelegenheit nicht an Dir vorbeiziehen und registriere Dich hier für den gratis Online Adventskalender mit 24 Entspannungs-Quickies.

So wichtig ist Selbstfuersorge

Aus der Starre in die Bewegung: Wie wichtig Selbstfürsorge ist

Gastartikel von Vera Fechtig

Ich genieße gerade die warmen Sonnenstrahlen und die frische Luft, während ich mit unserem Hund spazieren gehe. Währenddessen überlege ich mir, was ich am besten in meinem allerersten Gastartikel schreiben soll, um nicht einfach nur meine persönliche Geschichte zu erzählen, sondern wirklich Mehrwert zu liefern.

Rückblick: Zerrissen zwischen den Rollen

Meine Gedanken wandern zurück zum April des letzten Jahres. Sonst bin ich immer eine Person, die positiv nach vorne schaut und lösungsorientiert ist.

Am Geburtstag meines Mannes sitze ich jedoch heulend am Küchentisch, weil ich einfach nicht mehr kann… Die letzten vier Jahre waren für mich als Zwillingsmama und Unternehmerin sehr herausfordernd gewesen:

  • Frühchen: Unsere Zwillinge kamen zehn Wochen zu früh auf die Welt. Bereits vier Wochen zuvor war ich von einer Stunde auf die andere ins Krankenhaus geschickt worden – nicht wissend, ob die Jungs sofort per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden würden.
    Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, war der wochenlange Aufenthalt im Krankenhaus psychisch äußerst belastend.
  • Viele OP-Termine: Bereits wenige Tage nach der Geburt und auch in den Jahren danach waren einige Operationen bei unseren Kindern notwendig.
    Oft genug mussten die Termine verschoben werden, weil einer der beiden sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt eine Erkältung eingefangen oder Fieber hatte – nicht lebensnotwendige Operationen werden dann verständlicherweise nicht durchgeführt.
  • Zwei Business-Standbeine: Neben all den familiären Aufgaben versuchte ich gleichzeitig, meine beiden Business-Standbeine am Laufen zu halten.
    Als Grafikdesignerin konnte und kann ich nur arbeiten, wenn sich jemand anderes um die Zwillinge kümmerte – denn hier sind Fokus und Konzentration auf das jeweilige Projekt sehr wichtig.
    Zusätzlich hatte ich nach der Geburt der Zwillinge damit begonnen im Network Marketing zu arbeiten, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich das neben den Kindern auch gut wuppen kann.
    Doch umso mehr ich versuchte alles auf die Reihe zu bekommen, umso zerrissener fühlte ich mich innerlich. Ganz zu schweigen davon, dass ich mich selbst mehr und mehr vernachlässigte…

Endlich aufatmen können?

Ende Februar 2020 feierten wir dann sowohl den vierten Geburtstag unserer Kinder als auch, dass wir in diesem Monat endlich den letzten OP-Termin hinter uns gebracht hatten.

Ich dachte, nun wieder aufatmen zu können nach dieser langen Zeit, nicht mehr ständig den nächsten OP-Termin im Kopf haben zu müssen und den Fokus auf den Jungs zu haben, sondern endlich auch wieder einmal mehr auf mich schauen zu können.

Doch ich hütete nach der Geburtstagsfeier der Jungs erst einmal die Couch, weil mein Körper beschlossen hatte, dass ich jetzt eine Pause brauchen würde.

Somit blieben auch Aufträge liegen und es hieß Termine zu verschieben.  

Als es mir wieder besserging, wollte ich erst einmal Ordnung in das Chaos bekommen, mir eine Übersicht verschaffen und mich neu strukturieren, alle liegen gebliebenen Aufträge abarbeiten, nicht nur im, sondern auch wieder an meinem Business arbeiten, sichtbar(er) werden, die seit Juni erarbeiteten Ziele und Themen endlich umsetzen, … 

Falsch gedacht!

Am 12. März kam plötzlich eine Mail von der Gemeinde, dass nach Möglichkeit ab sofort die Kinder aufgrund der aktuellen Situation zuhause betreut werden sollten.

Nun hieß es also von einem Tag auf den anderen wieder alles umzustellen.

Glücklicherweise hatte mein Mann die Möglichkeit, Homeoffice zu machen – und so wechselten wir uns die nächsten sieben Wochen tagsüber im 3-Stunden-Rhythmus ab mit der Betreuung unserer lebhaften Jungs, die sich energietechnisch mit den Duracell-Häschen vergleichen lassen, und Arbeiten.

Erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange

Die Tage waren anstrengend und lange. Meine Kund*innen bekamen teilweise spät nachts noch Emails von mir. Der Schock über die Situation saß tief.

Das führte bei mir teilweise zu Verhaltensweisen, die ich bis dato so gar nicht von mir kannte. Aufgrund von Erschöpfung und Überforderung blieben Projekte liegen. Die Aufgaben türmten sich immer mehr auf vor mir.

Ich fühlte mich erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange. Wusste nicht wo anfangen. Lenkte mich mit anderen Dingen wie dem stundenlangen Anschauen irgendwelcher Fernseh-Serien ab.

Und statt mit meinen Kund*innen zu sprechen, ihnen meine Situation zu erläutern und gemeinsam mit ihnen neue Pläne zu machen, verkroch ich mich.

So saß ich also am Geburtstag meines Mannes elend und verheult am Küchentisch und mir wurde klar, dass es so definitiv nicht weitergehen konnte. Doch wo sollte ich anfangen?

Wie wichtig Selbstfuersorge ist

Selbstfürsorge: 4 Dinge, die mir aus der akuten Starre geholfen haben

Es ist so wichtig auf sich selbst zu achten! Das weißt du genauso gut wie ich.

Doch in manchen Situationen glauben wir, dass es uns einfach nicht möglich ist, uns selbst an erste Stelle zu setzen.

Weil wir gefühlt erst einmal die Welt retten und uns vorher noch um alle anderen kümmern müssen.

Ich möchte dir an dieser Stelle nun ein paar Dinge mitgeben, die mir persönlich geholfen haben, mich aus der akuten Starre zu lösen.

Es sind kleinere und größere Sachen und bei manchen davon denkst du dir vielleicht, dass sie doch selbstverständlich sind. Eigentlich.

Wie ich selbst erlebt habe, kann es in Anbetracht der jeweiligen Umstände sein, dass man nicht einmal mehr daran denkt.

  • Wieder in Bewegung kommen: Um wortwörtlich aus der Starre in meinem Kopf wieder in Bewegung zu kommen, habe ich begonnen mich wieder körperlich zu bewegen.
    Egal ob es ein Sportgerät ist, das du dafür nutzt, oder es dich hinaus in die Natur zieht. Ob du gehst, läufst, rennst, dich aufs Fahrrad setzt, schwimmst oder was auch immer: Hauptsache du legst los. Wenigstens für 10 Minuten. Der erste Schritt ist hier wohl der wichtigste.
    Bei mir war es damals ein Crosstrainer, den wir irgendwo in einer Ecke herumstehen hatten. Darauf powerte ich mich erst einmal eine halbe Stunde aus. Die gleichmäßige Bewegung half mir dabei, raus aus dem Gedanken-Wirrwarr zu kommen. Auch wenn ich noch nicht wusste, wie es weitergehen sollte, so stellten sich zumindest etwas Ruhe und Entspannung ein. Und so konnte ich mir überlegen, welche Schritte ich als nächstes gehen wollte.
  • Aufräumen & ordnen: Bestimmt kennst du das Sprichwort: „Wie innen, so außen.“ Wenn es in mir drinnen chaotisch ist, dann zeigt sich das – jedenfalls bei mir – auch entsprechend im Außen. Während der sieben Wochen im ersten Lockdown waren deshalb viele Dinge im Haushalt liegen geblieben. Wir funktionierten nur noch, um Kinderbetreuung und Arbeit irgendwie unter einen Hut zu bekommen.
    Doch es funktioniert ebenso umgekehrt: Wenn im Außen Ordnung geschaffen wird, so kann sich das auch aufs Innere auswirken. Und so räumte ich nach dem Sport erst einmal meinen vollgepackten Schreibtisch komplett leer und platzierte anschließend nur die Dinge wieder darauf, die ich aktuell zum Arbeiten nutzen wollte.
  • Aufgaben festhalten, priorisieren & abarbeiten: Anschließend begann ich meine Mails und Unterlagen zu sortieren und ganz unkompliziert mit Hilfe von Excel alle Aufgaben niederzuschreiben. Zuerst einmal ohne Sortierung. Es ging nur darum, alles festzuhalten, um mir über den aktuellen Stand bewusst zu werden.
    Im nächsten Schritt begann ich dann Prioritäten zu setzen. Und auch wenn es üblicherweise heißt „Eat the frog!“, also dass man mit der schwierigsten oder unangenehmsten Aufgabe starten sollte, begann ich damit die kleinen Sachen abzuarbeiten. Denn so konnte ich schnell erste Erfolge sehen und innerhalb kürzester Zeit schrumpfte meine Todo-Liste deutlich.
  • Mich wieder selbst spüren & erden: In all der Zeit war ich so sehr nach Außen orientiert gewesen, dass es mir immer schwerer fiel, mich selbst zu spüren. Das führte unter anderem auch dazu, dass ich nicht nur so viel aß, wie ich brauchte um satt zu werden. Nein, ich aß deutlich darüber hinaus. Denn wenn mein Magen übervoll war, konnte ich mich zumindest wieder etwas spüren. Da ich mich jedoch weder danach erbrach noch großartig Bewegung hatte oder Sport machte, war es kein Wunder, dass mein Gewicht Kilo um Kilo nach oben kletterte.
    Ich habe für mich einen kleinen Trick gefunden, wie ich mich ganz unkompliziert wieder besser selbst spüren und gleichzeitig auch erden kann: Barfuß spazieren gehen.
    Dabei konzentriere ich mich erst einmal auf den Weg, den ich gerade gehe. Somit ist mein Fokus im Jetzt. Und weil ich es nicht gewohnt bin auf Kies oder Holzhackschnitzeln zu laufen, spüre ich natürlich jede Unebenheit durch meine Füße – und dadurch auch mich selbst. Vielleicht funktioniert es ja auch bei dir?

Und zu guter Letzt: Entscheidungen treffen

Zwar versuchte ich einerseits irgendwie Herrin der Lage zu werden, doch andererseits drückte ich mich auch davor, Entscheidungen zu treffen.

Ich war vollkommen überfordert damit. Reagierte nur noch, statt zu agieren. Wusste überhaupt nicht mehr, was ich wollte.

Doch wie sollte ich es auch wissen, wenn ich mir erst gar nicht die Zeit nahm, um darüber nachzudenken?

Auch wenn du meinst, gerade überhaupt keine Zeit dafür zu haben, dich in Ruhe hinzusetzen und dir darüber Gedanken zu machen, was du wirklich willst: Mach es! Für dich!

Denn keine Entscheidung zu treffen ist auch eine Entscheidung. Und sie führt nicht unbedingt dazu, dass sich etwas verbessert. Ganz im Gegenteil!

Entscheidungen zu treffen auf Basis dessen, was ich wirklich will, half und hilft mir, wieder in meine Kraft zu kommen bzw. in meiner Kraft zu sein.

Wie ich mit Selbstvertrauen, Stärke und Mut mein eigenes Leben gestalte, so wie es für mich richtig ist, kannst du einerseits in meiner Cover-Story „Geben Sie sich die Erlaubnis!“ im Lebensfreude Magazin lesen und andererseits in meinem Buch „10 Wochen zu früh – Ein einschneidendes Erlebnis“.

Ich wünsche dir für deinen persönlichen Weg nur das Beste!



Über die Autorin Vera Fechtig

Jg. 1983, wohnt in Vorarlberg am Bodensee, ist selbstständig als Grafikdesignerin (seit 10.2013), verheiratet (seit 8.2009), Mama von Zwillings-Jungs (seit 2.2016), Rudelführerin von Sheltie-Rüde Marlow (seit 10.2014) und Dosenöffnerin für Kater Hamish (seit 7.2011) und Glückskatze Juniper (seit 8.2012).

In ihrem Buch „10 Wochen zu früh – Ein einschneidendes Erlebnis“ beschreibt sie, wie sie ihren eigenen Weg geht und ihr Leben so gestaltet, wie es für sie richtig ist. Für sie selbst und ihre Familie. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Zwillingen.
Ganz unabhängig von Normen, Zwängen, Erwartungen der Gesellschaft – aber auch der eigenen Erwartungen, was man tun muss und wie man zu sein hat.

Mit dieser persönlichen Geschichte möchte Vera anderen Menschen Mut machen, ihr Leben passend zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten.

Mag. (FH) Vera Fechtig
selbstständige Grafikdesignerin & Autorin

A-6911 Lochau am Bodensee

Web: www.owlet.at

Facebook Grafikdesign: www.facebook.com/OwletGrafikdesign

Facebook Autorin: www.facebook.com/Vera-Fechtig-106241081824568

Instagram: www.instagram.com/owletgrafikdesign

Kraftspendende Bilder: der Victoria Wasserfall

Aus Alt mach Neu: Kraftspendende innere Bilder bei Burnout

In meinem letzten Blogartikel ging es darum, wie wichtig es ist, sich von den negativen inneren Bildern zu verabschieden und stattdessen positive Bilder zu erschaffen, um in den Flow zu kommen. Hier kannst Du den Artikel finden, um nachzulesen.

Heute soll es nun darum gehen, wie Du neue kraftspendende innere Bilder erschaffen kannst.

Innere Bilder, die uns Kraft kosten

Neben den überfordernden zu großen inneren Bilder, die ich im letzten Artikel beschrieben habe, können uns auch die kleinmachenden Bilder erschöpfen.

Burnout kann als eine Art unterbewusster Protest sowohl gegen diese zu großen als auch gegen die kleinmachenden Bilder verstanden werden.

Vielleicht denkst Du: „Ich kann das nicht!“ oder „Ich arbeite viel zu langsam!“

Diese uns kleinmachenden Bilder sind durch verinnerlichte Botschaften in unserer Kindheit entstanden. Häufig werden sie von den idealisierten Bildern von anderen begleitet: „Sie kann das viel besser als ich!“ oder „Ich wäre auch gern so intelligent wie sie!“

Innere Bilder über unsere Arbeit

Welche Bilder hast Du in Bezug auf Deine Arbeit?

  • „Bestimmt wird es heute wieder sehr anstrengend!“
  • „Hoffentlich streitet mein Kollege nicht wieder mit mir auf der Teamsitzung!“
  • „Sicher habe ich nicht wieder genug Zeit, um alle meine E-Mails abzuarbeiten!“
  • „Ich habe heute so viele Termine, dass ich schon ganz müde werde, wenn ich nur daran denke!“

So oder so ähnlich sieht es wohl bei den meisten von uns aus.

Wir sind so sehr auf unsere negativen Erwartungen fokussiert, dass diese Ereignisse so oder so ähnlich tatsächlich eintreten.

In der Psychologie werden sie als selbsterfüllende Prophezeiungen bezeichnet.

Gehörst Du auch zu denen, die versuchen, sich vor Enttäuschungen zu schützen, indem sie immer lieber schon mal das Schlimmste annehmen, damit sie darauf vorbereitet sind?

Oft bemerken wir nicht einmal, dass wir damit genau die Erfahrungen in unser Leben ziehen, die wir eigentlich vermeiden wollten.

Das Gegenteil von kraftspenenden inneren Bildern: Sisyphus.
nicht enden wollende Sisyphus-Arbeit

Vielleicht hast Du aber auch das Bild von Sisyphus verinnerlicht: ein nicht enden wollender Berg von Arbeit oder auch von Problemen, der einfach nicht kleiner wird, egal wie sehr Du Dich auch bemühst?

Auch das Bild vom berühmten Hamsterrad ist weit verbreitet und raubt uns die Energie.

Denn was suggeriert es uns? Egal, wie sehr wir uns anstrengen, so kommen wir doch nicht von der Stelle. Weder ein Ende noch Erfolg sind in Sicht.

Ganz klar, dass uns ein solches inneres Bild stark erschöpft.

Außerdem treiben uns unsere inneren Antreiber:innen mit ihren Attacken direkt in ein Burnout, indem sie uns immer mehr Arbeit aufhalsen.

Solche Sätze hören wir von ihnen ständig:

  • „Streng Dich mehr an, sonst wirst Du gefeuert!“
  • „Du solltest das lieber perfekt machen, um Dich keiner Kritik auszusetzen!“
  • „Nun mach schon schneller! Oder willst Du den ganzen Tag daran sitzen?“

Die verinnerlichten Bilder von „immer schneller“ und „immer mehr“ sind keine hilfreichen Imaginationen, um in den Flow zu kommen…

Kraftspendende Bilder für unsere Arbeit

Die Hirnforschung liefert uns hier wichtige Erkenntnisse.

So wurde in Untersuchungen festgestellt, dass vertrauensvolle Beziehungen dazu beitragen, dass wir Belastungen nicht mehr als so oder sogar gar nicht belastend erleben.

Dies gilt auch für das Vertrauen in uns selbst: Wenn wir davon ausgehen, dass wir Kraft genug haben, um eine Aufgabe zu bewältigen, lässt der Stresspegel nach.

Wie wäre es also, wenn Du statt der erschöpfenden inneren Bilder lieber kraftspendende Bilder erschaffst?

Du könntest zum Beispiel folgendes denken, wenn Du auf dem Weg zur Arbeit bist:

  • „Ich bin gut vorbereitet auf diesen Tag!“
  • „Egal, was heute auf mich zukommt, ich werde für alles eine Lösung finden!“
  • „Ich freue mich schon auf die Sitzungen mit meinen Klient:innen!“
  • „Die Teamarbeit mit meinen Kolleg:innen gibt mir Kraft für den Tag!“

So arbeitest Du mit den inneren Antreiber:innen

Anselm Grün hat in seinem Buch „Kraftvolle Visionen gegen Burnout und Blockaden“ eine interessante Übung beschrieben, die ich hier gern mit Dir teilen möchte.

Mache es Dir bequem und schließe Deine Augen.

Spüre in Dich hinein, welche inneren Antreiber:innen in Dir auftauchen.

Welche überfordernden Bilder zeigen sich?

Gehe mit Deinen inneren Antreiber:innen in Kontakt.

Du könntest zum Beispiel sagen:

„Danke lieber Antreiber, dass Du mich in der Vergangenheit so tatkräftig unterstützt hast. Nun merke ich allerdings, dass mich Dein Antreiben sehr stresst und ich möchte gern etwas Neues ausprobieren. Sicher wirst Du immer mal wieder auftauchen. Ich werde Dich dann begrüßen, mich aber für ein anderes inneres Bild entscheiden, dass mir mehr Kraft gibt.“

Was für kraftspendende Bilder und Worte tauchen nun in Dir auf?

Falls keine neuen Bilder entstehen, dann überlege Dir, welche Bilder und Worte Dir helfen könnten.

Kraftspendende innere Bilder erschaffen

Anselm Grün beschreibt drei Quellen, die uns helfen, stärkende innere Bilder zu erschaffen

1. eine positive Einstellung zu der Tätigkeit, die ich gerade ausübe

Es liegt in meiner Hand, mit welchen Bildern ich durch den Tag gehe.

Für welches aufbauende Bild entscheidest Du Dich, um in Deinen Arbeitstag zu starten

2. Dinge, in die ich mich als Kind leidenschaftlich vertiefen konnte

Wusstest Du, dass ein begeistert spielendes Kind in seinem Gehirn Synapsen ausbildet, die seine innere Kraft und Kreativität anregen?

Was hat Dich damals als Kind begeistert?

Könntest Du dieses Bild auch heute für Dich als Burnout-Prophylaxe einsetzen?

3. jedem Berufsbild innewohnende stärkende Bilder

Wie könnte ein kräftestärkendes inneres Bild für Deinen Beruf aussehen?

Als Therapeutin zum Beispiel begleitest Du Deine Klient:innen in Richtung Heilung von krankmachenden Verhaltensmustern.

Anderen Menschen helfen zu können, kann sehr belebend sein.

Menschen etwas zu geben, nicht aus dem bestätigenden Gefühl, gebraucht zu werden heraus, sondern aus innerer Freude, ist eine stärkende Erfahrung.

Dies könnte ein beflügelndes inneres Bild für Dich sein, das Dich durch Deinen Berufsalltag begleitet. 

Es ist dabei wichtig, uns nicht mit unserer Berufsrolle zu identifizieren, da wir sonst unsere Persönlichkeit verlieren.

Dies schadet sowohl uns als auch unserem Umfeld.

Im Sinne einer guten Work-Life-Balance brauchen wir private Bereiche, in denen wir unsere therapeutische Rolle ablegen können.

Das archetypische Bild des Helfers kann uns mit unserer Kompetenz in Kontakt bringen.

Oft machen wir auch die Erfahrung, durch das Helfen beschenkt zu werden.

Wenn wir uns jedoch mit der Rolle des Helfers oder der Helferin zu sehr identifizieren, kommen wir aus dem Helfer:innen-Modus gar nicht mehr heraus und überfordern uns selbst damit.

Zu leicht werden wir dann auch enttäuscht, wenn wir keine Anerkennung für unsere Hilfe bekommen.

Mit Hilfe innerer positiver Bilder schaffen wir es jedoch, unsere Lebensenergie zu wecken und wieder in unsere Kraft zu kommen.

Ich bin gespannt darauf, von Deinen Erfahrungen in der Arbeit mit inneren Bildern zu erfahren.

Gerne kannst Du unter diesem Artikel einen Kommentar hinterlassen oder mir eine E-Mail an kontakt@marion-kellner.net schreiben.

Flow statt Burnout - Hamsterad

Flow statt Burnout: Die Macht innerer Bilder

Was ist das Gegenteil von einem Burnout?

Richtig!

Im Flow zu sein!

Was bedeutet es, im Flow zu sein?

Laut dem ungarischen Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi kann man dann von Flow sprechen, wenn Menschen ganz achtsam bei sich sind und sich mit voller Aufmerksamkeit und Hingabe ihrer Arbeit oder einer anderen Tätigkeit widmen. Wenn alles wie von selbst zu gehen scheint.

Menschen empfinden Glück, wenn sie in im Flow sind.

Menschen auf dem Weg in ein Burnout oder in einem Burnout sind weit entfernt von diesem Flow-Zustand.

Doch wie können wir es schaffen, in diesen Flow zu gelangen?

Im Flow zu sein, ist keine Technik

Es handelt sich beim Flow nicht um eine bestimmte Methode oder eine Technik.

Vielmehr ist Flow eine gewisse Lebenshaltung.

Der Flow-Zustand wird durch die Fokussierung auf das, was gerade ist erreicht.

Eine Art Hingabe an den Moment.

Wenn Du Dich mit ganzer Achtsamkeit auf das einlassen kannst, was Du gerade tust, wirst Du diese Flow-Energie spüren.

Du gehst dann ganz in dem auf, was Du tust.

Bist du in diesem Flow-Zustand, vergisst Du die Welt um Dich herum.

Du vergisst dann, dass Du Hunger hast oder dass Du müde bist.

Nichts um Dich herum kann Dich stören, denn Du bist in einem Zustand maximaler Konzentration und Kreativität.

Du bist nicht überfordert und auch nicht unterfordert. Du bist ganz bei der Sache und ganz bei Dir.

Vom Workaholic zum Flow

Statt uns über die Arbeit zu beklagen, finden wir im Flow Erfüllung und Glück in der Arbeit.

Burnoutgefährdete verhalten sich häufig wie ein Workaholic.

Was bedeutet es, von der Arbeitssucht in den Flow zu kommen?

  • zu spüren, wie die Energie wieder fließt
  • sich nicht mehr mit Terminstress durch den Tag hetzen zu lassen
  • nicht mehr einen freudlosen Arbeitstag nach dem anderen hinter sich zu bringen
  • die Unzufriedenheit hinter sich zu lassen
  • und vor allem wieder in die eigene Kraft zu kommen
  • das „Ich kann nicht mehr! Lasst mich endlich alle in Ruhe!“ hinter sich zu lassen
  • anderen Menschen wieder zu begegnen anstatt von ihren Anforderungen genervt zu sein

Der Burnout Status Quo

Wenn man sich zur Arbeit zwingen muss, kostet das viel Energie.

Es passiert dann leicht, dass man jeder Entscheidung und jedem Konflikt aus dem Weg geht, da es viel zu anstrengend ist.

Trifft man dann eine Entscheidung, befürchtet man, es könnte die falsche gewesen sein.

Irgendwann kommt man dann in den Zustand, dass einem alles egal ist.

Man macht einfach weiter, bewegt sich in dem berühmten Hamsterrad.

Bis irgendwann gar nichts mehr geht…

Viele brechen unter dieser Belastung zusammen.

Die Alarmzeichen für ein Burnout erkennt das soziale Umfeld viel eher als man selbst.

Manche flüchten sich in Sarkasmus und genervt sein, worunter sowohl die Beziehungen im privaten als auch im beruflichen Umfeld leiden.

Manche verkriechen sich zu Hause und fahren Freizeitaktivitäten auf null herunter.

Dazu kommt die chronische Müdigkeit bis hin zur totalen Erschöpfung.

Es ist einfach alles zu viel!

Man sieht am Ende in allem keinen Sinn mehr.

Bevor man im Endstadium eines Burnouts landet, kündigt sich der Burnout durch Blockaden an, die sich immer weiter vermehren.

Alles braucht immens viel körperliche und seelische Kraft.

Dieser dauerhafte Druck erzeugt Blockaden in uns, die letztendlich zum Zusammenbruch führen.

Flow statt Burnout - Quelle
Die Quelle, aus der wir schöpfen

Die Bedeutung innerer Bilder

Bevor wir in den Flow kommen, ist es wichtig, sich die eigenen inneren Bilder bewusst zu machen und sie zu verändern.

Erschöpfung ist mit dem inneren Bild der Quelle verbunden: die Quelle, aus der wir Wasser schöpfen.

Die Quelle, die sich erschöpft hat und nun versiegt ist.

Statt uns mit dem kühlen Wasser zu erfrischen, ist die Quelle nur noch ein kleines Rinnsal oder ist ganz versiegt.

Aus der vollen Quelle schöpfen statt sich zu erschöpfen

Das Bild, das wir hingegen mit Flow verbinden, ist das genaue Gegenteil: Wir schöpfen aus der vollen Quelle.

Aus unerschöpflichen Quellen zu schöpfen verhindert unsere Erschöpfung.

Daher ist es sehr wichtig, heilende Bilder in uns zu verankern, um uns vor dem Ausbrennen zu schützen.

So wie negative Bilder dazu führen können, in ein Burnout zu rutschen, können uns positive Bilder dabei unterstützen, uns mit unseren inneren Quellen zu verbinden, aus denen wir schöpfen können, ohne uns zu erschöpfen.

Daher ist es für uns hilfreich, innere Bilder zu finden, die unseren Flow unterstützen, unsere Potentiale freisetzen und unsere Belastungen reduzieren.

Diese Bilder helfen uns dabei, Verantwortung zu übernehmen und unser Leben genussvoll zu genießen.

Das archetypische Bild der Heilerin

Die Psychologie unterscheidet zwischen Bildern, Visualisierungen und Visionen.

Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung hat verschiedene archetypische Bilder beschrieben und ihre heilende Wirkung betont. Er warnt allerdings auch davor, sich mit diesen archetypischen Bildern zu identifizieren, denn es kann dadurch allzu leicht passieren, dass man seine eigenen Bedürfnisse, die man mit diesem Bild auslebt, nicht mehr wahrnimmt.

Nehmen wir als Beispiel einmal das archetypische Bild der Heilerin oder des Helfers, um dies ein wenig klarer zu machen.

Wenn ich mich mit diesem Bild identifiziere, bekomme ich vielleicht gar nicht mit, wie ich mein eigenes Bedürfnis nach Nähe lebe, indem ich behaupte, den Ratsuchenden durch Nähe heilen zu können.

Auch wenn mich das archetypische Bild der Helferin mit meinen heilenden Kräften verbindet und heilsam für mich und der zu Beratenden ist, führt eine Identifikation damit zu einer innerlichen „Aufblähung“.

Innere Bilder aus der Kindheit

Wir alle haben innere Bilder in uns, die im Zusammenhang mit unserer Lebensgeschichte entstanden sind. Besonders prägend sind dabei die, die sich in unserer Kindheit gebildet haben.

Diese tief verwurzelten inneren Bilder bringen uns in Berührung mit unserem inneren Potential und mit der Quelle unserer Energie.

Die Macht von Visualisierungen

Bei der Visualisierung, auch Imagination genannt, stellt man sich hingegen aktiv bestimmte Bilder vor und lässt sie auf sich wirken.

Ich stelle mir zum Beispiel vor, wie ich am Strand entlanglaufe. Ich spüre meine nassen Füße, die von den Wellen umspült werden. Ich genieße das farbenfrohe Spiel am Himmel bei untergehender Sonne. Und ich spüre, wie ich mich durch diese Imagination immer mehr entspanne.

Üblicherweise visualisieren wir in belastenden Situationen negative Bilder, die dann eine entsprechende Wirkung auf uns haben.

Damit verstärke ich meine Erschöpfung nur noch.

Statt einer heilsamen Wirkung haben diese Imaginationen einen krankmachenden Effekt.

Und genau hier können wir ansetzen.

Burnout als Beziehungsgeschehen

Wir können Burnout auch als eine Art Beziehungsgeschehen betrachten: als Beziehung zu mir selbst und als Beziehung zu anderen Personen.

Diese Beziehung drückt sich auch in Bildern, die wir in Bezug auf uns selbst und andere haben, aus.

  • Welche Vorstellungen hast Du von Dir und Deinem Leben?
  • Welche inneren Bilder hast Du in Bezug auf andere Menschen?
  • Was idealisierst Du vielleicht auch unbewusst?
  • Welche Erwartungen hast Du an Dich selbst, aber auch an andere?

Dies sind durchaus Fragen, die wir uns stellen sollten, um uns weiter zu entwickeln und unserem Ausgebrannt-Sein auf die Spur zu kommen.

Erschöpfende Bilder

Es lohnt sich, Dir die inneren Bilder bewusst zu machen, die Dich erschöpfen.

Wer steht bei Dir in der ersten Reihe:

  • die Perfektionistin?
  • der „Es-allen-Rechtmacher“?
  • oder die Ehrgeizige?

Häufig sind diese Bilder zu groß für uns und überfordern uns.

Wir alle wissen: Nobody is perfect!

Und doch jagen wir dem Perfektionismus hinterher, als wäre die Perfektion erreichbar.

Kein Wunder, dass uns dieses innere Bild ausbrennen lässt.

Wir stehen praktisch immer unter Hochspannung!

Wir haben Angst, dieses Ideal nie erreichen zu können.

Der gesellschaftliche Erwartungsdruck potenziert unseren inneren Druck um ein Vielfaches: Erwünscht sind belastbare fleißige Arbeitnehmer:innen, die eine gute Leistung erbringen und allzeit bereit sind.

Die Konservierung innerer Bilder

Wie bereits weiter oben beschrieben, entstehen diese inneren Bilder im engen Zusammenhang mit unseren Erfahrungen.

Vielleicht haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir nur geliebt wurden, wenn wir es allen recht gemacht haben?

Oder wenn wir gute schulische Leistungen erbracht haben.

Und natürlich wollen wir alle anerkannt und akzeptiert werden.

Also kultivieren wir weiter diese Bilder in uns.

Letztendlich rauben sie uns aber die Energie.

Folgen von negativen inneren Bildern

Dieses Zerrissen Werden zwischen den Erwartungen verschiedener Menschen in unserem Umfeld lässt sich besonders stark bei engagierten Angehörigen der helfenden Berufe beobachten.

Dies führt früher oder später zu einer großen Enttäuschung, denn es ist unmöglich, alle Erwartungen zu erfüllen, da sich diese in der Regel auch widersprechen und auch uns nicht unbedingt entsprechen.

So rauben diese Erwartungen uns die ganze Energie, ohne dass wir wirklich etwas davon haben.

Es ist daher wichtig, dass wir uns von solchen inneren Bildern verabschieden.

Nicht selten geht damit eine Art Trauerprozess einher: ein Bedauern darüber, dass diese Bilder nicht mehr zu uns passen.

Nur so kommen wir dahin, die Bilder zu finden, die uns entsprechen und die uns wieder in unsere innere Kraft bringen.

Wenn wir es schaffen, innere Bilder zu erschaffen, die uns mit unserer unerschöpflichen Quelle in Verbindung bringen, können wir ganz mühelos in den Flow kommen.