Selbstfürsorge - Gestaltung von Kraftplätzen

Selbstfürsorge durch natürliche Räume!

Gastartikel von Kathrin Schmidt

In diesem Artikel erfährst du, welcher Stellenwert den Räumen zukommt, in denen wir uns täglich aufhalten.

Und wie wir uns dieses Wissen zunutze machen können, um eine gute Selbstfürsorge umsetzen zu können.

 

Welchen Einfluss haben Räume auf uns als Menschen?

Sobald wir das Licht der Welt erblicken, sind wir den Einflüssen unserer Umgebung ausgesetzt.

Das nehmen wir meist nicht bewusst wahr, aber sie sind immer da.

Manchmal spüren wir das sehr deutlich, besonders wenn wir uns unwohl fühlen oder wenn Tätigkeiten sehr umständlich sind und wir das Gefühl haben, es ist uns ständig etwas im Weg.

Aber natürlich kann auch das Gegenteil der Fall sein, wenn wir uns an einem Ort aufhalten, an dem wir uns rundum wohl fühlen und wir einfach nur verweilen und genießen möchten.

Oftmals ist uns dabei nicht bewusst, dass es die Raumsituation ist, die diese Empfindungen auslöst.

Wir denken oft, es wären andere Menschen oder unsere eigene Stimmung die das Wohl- oder Missempfinden auslöst.

Es ist jedoch inzwischen in mehreren Studien nachgewiesen worden, dass die Struktur und Gestaltung von Räumen den Menschen stärker beeinflusst als bisher angenommen.

Durch geschickte Wahl von Materialien, den optimalen Grundriss und verbesserte Funktionalität können soziale Interaktionen, Kommunikation, Wohlbefinden und Produktivität um ein vielfaches gesteigert werden.

Dabei ist es wichtig, die Menschen in den Fokus der Gestaltungsaufgabe zu stellen und die Räume an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Wenn dies ohne das notwendige Fachwissen geschieht, kommen die merkwürdigsten Konstellationen zustande und es wird viel Potential verschenkt.

Auch Farben haben natürlich einen großen Anteil an diesem Wirkmechanismus.

Aber dieses Thema ist zu komplex, um es hier weiter in der Tiefe zu beleuchten.

Besonders im Bezug auf die gesteigerten Anforderungen einer Leistungsgesellschaft, wie sie oft in Europa und vielen westlichen Ländern angetroffen wird, machen uns bewusst, wie wichtig ein ausgleichendes, harmonisierendes Raumkonzept sein kann.

Denn besonders die Selbstfürsorge wird immer mehr zu einem zentralen Faktor der Gesunderhaltung.

Und diese kann in geeigneten Raumstrukturen viel effektiver und nachhaltiger umgesetzt werden.

Wie natürlich eingerichtete Räume uns bei der Gesunderhaltung unterstützen

Mit dem immer schneller werdenden Fortschritt erhöht sich auch das Lebenstempo spürbar.

Umso wichtiger wird es für uns, einen Ausgleich zu schaffen.

Wir sind auch nach vielen Jahrhunderten des technologischen Fortschrittes im Grunde noch immer Teil der Natur und können uns dem nicht entziehen.

Dennoch wird es durch unsere moderne Lebensweise oft von uns gefordert.

Mehr als drei Viertel des Tages halten wir uns durchschnittlich in Innenräumen auf.

Das allein ist schon ein Faktor, der bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt.

Sei es durch Augenschäden aufgrund von langen Aufenthalten in künstlich beleuchteten Bereichen oder am Computerbildschirm.

Hausstauballergien oder Atemwegs-Erkrankungen durch Schadstoffe aus Möbeln, Textilien, Druckern oder Baustoffen.

Und natürlich auch durch die Entfremdung von unserem eigentlichen Bestimmungsort.

„Die Natur ist unser Zuhause, kein Ausflugsziel“    –Verfasser unbekannt.

Nach dieser Aussage muss uns klar werden, dass wir dafür Sorge tragen, uns als Teil der Natur zu begreifen und uns deshalb auch verantwortungsvoll um uns selbst kümmern sollten.

Indem wir unsere Wohn- und Arbeitsräume so natürlich wie möglich gestalten und Wert auf unsere Umgebung legen.

Eine gute Selbstfürsorge ist dabei genauso Bestandteil, wie der geeignete Ort, um diese umzusetzen.

Um so einen optimalen Platz einzurichten, gibt es ein paar Grundlagen zu beachten.

Die größten Errungenschaften der Technologie, die Kunststoffe, Kunstfasern und weitere chemisch „optimierte“ Materialien haben oft einen entscheidenden Nachteil: Viele werden ausschließlich  aufgrund ihrer Funktionalität entwickelt.

Ohne zu berücksichtigen, welchen Einfluss es auf uns und unser Ökosystem hat. Gütesiegel und Grenzwerte bescheinigen uns „Unbedenklichkeit“.

Oftmals liegt diese „Unbedenklichkeit“ aber nur im Ausbleiben direkter Schäden begrenzt.

Mein wichtigster Gedanke dazu ist: „Nicht alles, was nicht unmittelbar zum Tod führt, ist auch gesund“.

Und mit diesem Denkanstoß möchte ich dich einladen, dich auf die spannende Thematik der natürlichen Wohn- und Arbeitsräume einzulassen.

Durch die Wahl möglichst unverarbeiteter Materialien natürlichen Ursprungs können wir viel Verbesserung bewirken.

Wir profitieren von natürlichen Textilien wie Leinen (Flachsfaser), Baumwolle oder Sisal bei der Wahl unserer Heimtextilien.

Hier sollte auch auf natürliche Färbung geachtet werden.

Im Bereich Möbel sind Holz, Metall und Glas die Beste Wahl.

Wichtig ist hier immer, zu bedenken, dass Vollholz besser ist als Multiplex (schichtverleimte Holzplatten).

Und dieses immer noch besser ist, als Pressspanmöbel aus bekannten Einrichtungsketten.

Denn das Problem mit „Fast-Fashion“ kann man auch auf „Fast-Furniture“ übertragen.

Sobald ein Produkt günstig in Masse gefertigt wird, leiden meist die Qualität und zusätzlich der ethische Aspekt bei der Produktion.

 

 

Selbstfürsorge im Wald
©Kyson-dana – Unsplash.com

 

Auch im Bereich Baustoffe gibt es immer mehr gesunde Alternativen.

Meist können wir nicht unmittelbar Einfluss nehmen, auf das was verbaut wird.

Aber bei den Endmaterialien im Bereich Böden, Decken, Wände haben wir oft eine Wahl.

Hier ist auch das gleiche Prinzip anzuwenden.

Natürliche Materialien bei Bodenbelägen wie Stein, Holz, Kork oder Linoleum sind den synthetischen Vinyl-, PVC-, Laminat- und Kunstharzprodukten in jedem Fall vorzuziehen.

Bei den Wand- und Deckenbelägen sind mineralische Putze und Anstriche zu favorisieren.

Diese sorgen gleichzeitig für ein gesundes Raumklima, da sie Feuchtigkeit regulieren und eine atmungsaktive, diffusionsoffene Struktur schaffen.

Wer keine kleinen Kinder oder Tiere hat, kann hier auch auf die hervorragenden Produkte aus Lehm zurückgreifen.

Lehmputz und Lehmfarben haben den kleinen Nachteil, dass sie mechanisch nicht sehr widerstandsfähig sind und somit nur in Räumen eingesetzt werden sollten, in denen keine größeren Beanspruchungen an den Wänden zu erwarten sind.

Ein weiterer Punkt sind natürlich auch Zimmerpflanzen.

Denn der Mensch ist durch die evolutionäre Veranlagung meist sehr empfänglich für die wohltuende Gesellschaft der grünen Sauerstofflieferanten.

Die 5 Besten Kandidaten, die auch das Home-Office bereichern findest du hier.

Oder auch in Episode 2 meines Podcast „Wohnsprechstunde“.

Wenn diese Kriterien berücksichtigt werden, kann man schon sehr viel für eine gesunde Umgebung tun und dafür sorgen, dass man seine Selbstfürsorge beinahe „nebenbei“ auf ein anderes Level hebt.

Wer die Qualität seiner Umgebung berücksichtigt, der nimmt auch immer Einfluss auf sein Wohlbefinden und sorgt somit auch für seine physische und psychische Gesunderhaltung.

Eine zusätzliche Selbstfürsorge-Routine kann dann in optimal gestalteten Räumen umso besser etabliert und durchgeführt werden.

 

Warum ein Kraftort für die Selbstfürsorge so wichtig ist

Um eine gute Selbstfürsorge zu praktizieren, bietet es sich an, dafür einen geeigneten Platz zu gestalten.

Ein Ort, an dem du dich ganz und gar wohl fühlst und dich fallen lassen kannst.

Wenn wir einen festen Platz für eine Tätigkeit haben, ist es wahrscheinlicher, dass wir eine Regelmäßigkeit etablieren können und somit eine Routine entwickeln, die uns hilft, unsere Ziele zu verfolgen.

In diesem Fall dient es der Entspannung, Meditation, Stressreduktion und Inspiration.

Dieser Ort kann eine Ecke in einem Zimmer sein, in dem du dich gerne aufhältst.

Oder auch integriert in einen Bereich, in dem du deine Selbstfürsorge-Rituale schon praktizierst.

Wer den Platz hat, kann auch einen ganzen Raum diesem Zweck widmen.

Es ist jedoch keine Voraussetzung, viel Platz zu haben. Viel wichtiger ist die bewusste und bedarfsgerechte Gestaltung nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen.

Der erste Schritt ist dabei eine gute Bedarfsanalyse zu machen.

Es bringt dir nichts, ein tolles Meditationskissen und eine Buddha-Statue aufzustellen, wenn Meditation gar nicht in deine Selbstfürsorge-Routine gehört.

Natürlich kann die Buddha-Statue auch einfach deinem ästhetischen Empfinden entsprechen, das ist auch ok.

Was ich sagen will ist, dass du einmal in dich gehst und dir überlegst, was denn zu deiner Selbstfürsorge gehört. Machst du Yoga oder eher einen Powernap, um zu entspannen?

Bist du gerne ungestört beim Lesen und ziehst dich dafür an deinen Kraft-Ort zurück?

Trinkst du dort gerne Tee – und eine entsprechende Konstellation aus Teetischchen und Utensilien wäre sinnvoll?

Versuche wirklich alle Bereiche deiner Selbstfürsorge-Techniken zu betrachten und zu notieren, was du dir dafür wünschen oder was dir die Umsetzung erleichtern könnte.

Sobald du dir darüber im Klaren bist, was du genau an deinem Kraft-Ort brauchst, kannst du beginnen, dir Gedanken über die Gestaltung zu machen.

Hierzu nimmst du dir am besten ein Blatt Papier und zeichnest eine Skizze des Bereiches, in welchem du den Kraft-Ort einrichten möchtest.

Auf dem Papier kannst du mit der Position der Möbel oder Gegenstände spielen, die du in deinem persönlichen Bereich gerne integrieren würdest.

Denke auch immer daran, dass es nicht nur darauf ankommt, dass der Bereich von außen betrachtet ansprechend und einladend wirkt.

Bedenke auch, welche Aussicht du von dort aus hast.

Es ist wenig entspannend, wenn du in einer wunderbar eingerichteten Kraftecke sitzt und auf einen vollen Wäscheständer oder ein vollgestopftes Bücherregal blickst.

Versuche die Blickachsen zu berücksichtigen und evtl. an diesen Orten auch Veränderungen vorzunehmen.

Ich hoffe du konntest einige Ideen mitnehmen und bist nun motiviert, dir deine Wohn- und Arbeitsräumen vorzunehmen, um deine Selbstfürsorge und Gesunderhaltung positiv zu beeinflussen.

Wenn du Fragen hast oder mehr über meine Arbeit wissen möchtest, kannst du mir sehr gerne Schreiben an info@ks-wohndesign.com.

Oder trage dich in meinen monatlich erscheinenden Newsletter ein und bleibe immer informiert über aktuelle Themen und Angebote aus dem Bereich der gesunden Wohn- und Arbeitsräume.

 

Über die Autorin:

Kathrin Schmidt hat mit KS-Wohndesign ein Unternehmen gegründet, mit dem sie die Expertisen aus ihren beiden Berufen als Physiotherapeutin und Interior Designerin verbindet.
Hieraus entsteht ein ganzheitliches Gesamtkonzept für gesunde Wohn- und Arbeitsräume.

 

Perfektionismus: Alles perfekt geordnet

Meine 6 besten Tipps gegen Perfektionismus

Was Perfektionismus mit uns macht

Als ich auf einem Kongress vor einem großen Publikum einen Vortrag halten musste, war ich schon im Vorfeld wahnsinnig aufgeregt.

Ich feilte an meiner Präsentation immer wieder herum.

Alles sollte perfekt sein!

Die Nacht vor dem Vortrag konnte ich kaum schlafen, da ich den Vortrag nicht gut genug fand.

Also überlegte ich selbst noch in der Nacht, was ich verbessern könnte.

Als es dann soweit war, den Vortrag zu halten, war ich immer noch unsicher, wie er ankommen würde.

Als ich dann jemandem im Publikum mit seinem Handy spielen sah, war ich überzeugt davon, dass meine Präsentation total langweilig war.

Sicher ließen die Leute mein Gerede nur so über sich ergehen.

Ich war total angespannt und versuchte diesen Vortrag einfach nur noch hinter mich zu bringen…

Das ist nur eine von vielen Situationen, in denen mein Perfektionismus mir schadet.

Perfektionismus ist auch einer der Faktoren, die ein Burnout sehr begünstigen.

 

Was passiert, wenn wir Perfektionismus nicht ablegen?

Wenn man perfektionistisch veranlagt ist, ist man nie so wirklich zufrieden mit sich selbst.

Sich zurückzulehnen, sich zu freuen  und bei sich zu denken : Das hast Du richtig gut gemacht!

Diese Situation ist Perfektionist*innen völlig unbekannt.

Denn: Es gibt immer Luft nach oben!

Da geht doch noch mehr!

Wenn wir uns über das Erreichte nicht wirklich freuen können, geht das auf Kosten unseres Selbstvertrauens und unseres Selbstbewusstseins.

So gelangen wir in einen Teufelskreis von immer höheren Ansprüchen an uns selbst und dem Gefühl zu versagen.

Nicht selten endet das in Depressionen, Süchten, Burnout, Ängsten, Zwängen oder Essstörungen.

Häufig erkennen wir dabei nicht, dass dies viel mit Perfektionismus zu tun hat.

Tatsächlich führt unser Perfektionismus auch zu einer schlechteren Leistung in unserer Arbeit.

Wenn man das Pareto-Prinzip zugrunde legt, kosten die letzten 20% bis zum perfekten Ergebnis 80% Deiner Zeit.

Das wäre eigentlich ein Grund, den Perfektionismus abzulegen…

Es versteht sich von selbst, dass das Leben einer Perfektionistin oder eines Perfektionisten sehr stressig ist und man eigentlich nie richtig mit einer Arbeit fertig ist, da sie noch nicht perfekt genug ist.

Meistens suchen wir die Fehler bei uns selbst, was auch nicht gerade zu mehr Selbstbewusstsein beiträgt.

Der Selbstwert hängt davon ab, wieviel Leistung wir erbringen können.

Kein Wunder, dass wir nicht richtig abschalten können…

 

Aber Perfektionismus hat auch gute Seiten

Wie bei allen anderen Dingen auch, gibt es nicht nur eine Seite der Medaille.

Tatsächlich gibt es auch einiges Positives zum Perfektionismus zu berichten.

Perfektionismus spornt uns z.B. zu Höchstleistungen an und lässt uns Aufgaben hochmotiviert erledigen.

Auch wenn Perfektionismus dazu führen kann, dass man die Dinge nicht oder zu spät geregelt bekommt, kann ganz im Gegenteil Perfektionismus auch dazu beitragen, dass man die Dinge erledigt – und zwar besser als jeder andere.

Somit holt Perfektionismus auch das Beste aus uns heraus.

Perfektionistische Menschen entdecken Fehler sehr viel besser und finden passende Lösungen dafür.

Um die Aufgaben mit besonderer Sorgfalt zu erledigen, organisieren sich Perfektionist*innen auf ausgeklügelte Art und Weise.

Die Arbeit wird auf hochwertig qualitative Art und Weise erledigt.

Perfektionist*innen behalten Details im Auge, die andere leicht übersehen.

Aufgrund der Fülle an Vorteile, die uns Perfektionismus auch bietet, ist er nur dann ein Problem, wenn wir darunter leiden.

 

Perfektionismus: Erledigt ist besser als gut
Erledigt ist besser als gut

 

 

Meine 6 besten Tipps gegen Perfektionismus

Wenn Du Dich nun entschieden hast, etwas gegen Deinen Perfektionismus zu unternehmen, kann ich Dir die folgenden Tipps ans Herz legen.

  1. Behalte den Überblick

Anstatt Dich in immer winzigeren Details zu verlieren, behalte das große Ganze im Blick.

Damit kannst Du es vermeiden, Dich immer weiter zu verzetteln.

  1. Vergleiche Dich nicht mit anderen

Vergleiche führen ebenfalls dazu, dass Du nie mit Dir zufrieden bist, denn es wird immer jemanden geben, der besser ist als Du.

Außerdem vergleichst Du Dich niemals mit den Menschen, die die Aufgabe nicht so gut erledigen würden wie Du.

Es nützt daher nichts, Dich zu frustrieren.

Wenn Du dich unbedingt mit jemandem vergleichen möchtest, dann vergleiche Dich mit Dir selbst, wie du diese Dinge vorher erledigt hast.

Ansonsten lass es bleiben!

  1. Lerne auch mit 80% zufrieden zu sein

Es ist nur selten möglich, die perfekten 100% zu erreichen.

Erkenne daher an, dass auch 80-90 % gut genug und damit ein Erfolg und kein Misserfolg sind.

Dies erfordert eine Veränderung Deines Mindsets.

Klopfe Dir daher selbst auf die Schulter, wenn Du eine Arbeit gut erledigt hast und Du wirst mit der Zeit immer zufriedener damit werden, anstatt Dich zu grämen, keine 110% erreicht zu haben.

  1. Mache eine Bestandsaufnahme

Überlege Dir genau, in welchen Situationen Dein Perfektionismus zuschlägt – sowohl beruflich als auch privat.

Erstelle Dir eine Liste – am besten schriftlich.

Überlege Dir dann, was Dir in den jeweiligen Situationen helfen könnte, 10% weniger perfektionistisch zu sein.

Wenn Dir 10% zu viel erscheinen, probiere es erst einmal mit 5%.

Die Magie liegt in den kleinen Schritten.

  1. Mache dir den versteckten Gewinn bewusst

Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir nur Dinge tun, von denen wir etwas haben.

Überlege Dir, welchen unbewussten Gewinn Du von Deinem Perfektionismus haben könntest.

Vielleicht bekommst Du viel Anerkennung dafür, auf die Du nicht verzichten möchtest.

Nachdem Du den versteckten Gewinn herausgefunden hast, kannst Du überlegen, wie Du diesen Gewinn auf andere Art und Weise erzielen kannst als über Dein perfektionistisches Verhalten.

Wie könntest Du z.B. Anerkennung auf anderem Wege erhalten?

  1. Lass los!

Es ist nicht möglich, die Dinge zu kontrollieren – egal wie sehr Du Dich auch anstrengst.

Anstatt Dich also darüber zu ärgern, dass die Dinge anders laufen als geplant oder von Dir gewollt, musst Du es loslassen.

Mach Dir klar, dass die Erde sich weiter dreht – auch ganz ohne Dich.

Auch wenn das für Dein Ego schwer zu verkraften ist, mach Dir bewusst, dasss Du nicht über alles die Kontrolle haben kannst.

Lass also mal 5 grade sein und genieße stattdessen einen leckeren Tee in der Sonne.

 

Ich hoffe, diese Tipps helfen Dir, mit Deinem Perfektionismus besser klarzukommen.

Gerne kannst Du mir davon berichten, welcher Tipp am besten für Dich funktioniert hat.

Kontakt an der Grenze. Ein glückliches Paar.

Kontakt findet an der Grenze statt

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber mir ist es immer schwergefallen, mich abzugrenzen.

 

Ganz besonders schwierig war das in Situationen, in denen Klient*innen meine Hilfe gebraucht haben.

 

Ich hatte das Gefühl, ich müsste immer sofort zur Stelle sein, um sie durch die Krise zu begleiten.

 

Als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit, für das Schlimme, was sie erleben mussten.

 

Ich denke immer noch, dass ich möglichst für sie da sein sollte.

 

Allerdings gucke ich jetzt auch, ob das für mich von meinen Kapazitäten her gerade auch geht oder ob ich eine andere Lösung finden muss.

 

Ich gehe nicht mehr automatisch über meine Grenzen, wie ich das früher immer getan habe und dann in einem Burnout gelandet bin.

 

 

Perspektivenwechsel: Von der Abgrenzung zum JA

 

Was wäre, wenn wir da einfach mal anders herangehen würden?

 

Wenn wir uns nicht so sehr anstrengen müssten, auch einmal NEIN zu sagen.

 

Sondern stattdessen formulieren, was wir lieber tun möchten.

 

Das könnte dann viel leichter sein.

 

Denn das betont weniger das Trennende als vielmehr das Verbindende – sowohl mit uns selbst als auch mit anderen.

Sich abzugrenzen ist nicht immer gleichbedeutend damit, auf Distanz zu gehen.

 

Vielmehr bedeutet es auch, eine gesunde Grenze für das eigene innere Selbst zu ziehen, u.a. auch, um es zu schützen, aber auch um es wertzuschätzen.

 

Es ist auch ein JA zu mehr Selbstfürsorge. Und damit auch ein JA zu sich selbst.

 

Gerade in der Arbeit mit anderen Menschen, ist es so wichtig, gut auf sich zu achten, um weiterhin auch für andere da sein zu können.

 

Auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, ist alles andere als egoistisch.

 

Vielmehr ist der Fokus auf die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse ein wichtiger Baustein eines guten Selbstwertgefühls.

 

 

Selbstfürsorge. Mutter und Tochter beim Yoga.

Was tut Dir selbst gut?

 

Um eine Grenze ziehen zu können, ist es wichtig, zu wissen, was einem selbst gut tut und was nicht.

Dazu wiederum muss man im Kontakt mit sich selbst sein.

Es ist hilfreich, sich auch mit den eigenen Belastungsfaktoren auseinanderzusetzen.

Das bedeutet konkret, die aktuelle Situation regelmäßig zu reflektieren und kritisch zu überprüfen.

Die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auf ihre Erfüllung zu achten, ist ein wichtiger Stein in der Burnoutprävention, aber auch auf dem Weg aus einem Burnout.

Gesunde Grenzen wahren zu können ist ein Zeichen einer guten Selbstbehauptung.

Damit erfüllen wir eine Pflicht uns selbst, aber auch unseren Klient*innen gegenüber, da wir nur so gewährleisten können, weiterhin für sie da sein zu können.

Mit diesem Wissen wird  Dir eine gute Abgrenzung gelingen.

Kennst du Menschen, denen es bereits gut gelingt, sich abzugrenzen?

Was genau könntest Du von ihnen lernen?

 

 

 

 

 

 

Therapeutin grenzt sich von einem Klienten ab.

Warum ist es auch für Therapeut*innen so schwer, sich abzugrenzen?

Viele Therapeut*innen bekommen sofort ein schlechtes Gewissen, wenn es ums NEIN sagen geht.

Zum einen liegt es daran, dass ihnen bewusst ist, dass es für eine gute therapeutische Begleitung absolut notwendig ist, sich abgrenzen zu können.

Aber sie wissen auch, dass das nicht immer gelingt.

Zum anderen haben sie aber auch das Gefühl, nicht gut genug für ihre Klient*innen da zu sein, wenn sie auch mal NEIN sagen.

Ja, sie denken sogar, ihre Klient*innen damit im Stich zu lassen.

Auch, wenn das fernab jeder Realität ist…

Das schlechte Gewissen sorgt dafür, dass Therapeut*innen sich übermäßig verausgaben und schließlich in der totalen Erschöpfung landen.

 

Plagt Dich auch das schlechte Gewissen?

Möglicherweise kommt Dir das auch bekannt vor und Du fühlst Dich ertappt?

Du denkst vielleicht, dass es als Therapeut*in Deine Aufgabe ist, Deine Klient*innen empathisch zu begleiten und dass es sich ausschließt, dass Du auch auf Deine Bedürfnisse achtest.

Dabei würde die Empathie auf der Strecke bleiben?

Du hättest das Gefühl, Deine Klient*innen im Stich zu lassen?

Du kommst Dir egoistisch vor, wenn Du Deine Priorität zu sehr auf Deine eigenen Bedürfnisse legst?

Hohe Empathiefähigkeit, Leistungsfähigkeit sowie die Bereitschaft, sich für andere zu engagieren, sind zwar eine wichtige Ressource für die psychotherapeutische Arbeit, können aber auch dazu beitragen, in ein Burnout zu rutschen.

Wie bei vielem anderen auch, kommt es hier auf das Maß an.

Denn es ist genau andersherum: Wenn Du nicht genug auf Deine eigenen Bedürfnisse achtest, wirst Du früher oder später nicht mehr genug Kraft haben, um Deine Klient*innen weiterhin unterstützen zu können.

Wenn du dann lange Zeit ausfällst, wäre das nicht nur für Dich dramatisch, sondern für deine Klient*innen noch viel mehr.

 

Gründe für die eigenen vernachlässigten Bedürfnisse

Hast Du Dir auch schon mal überlegt, was dahinter steckt, dass Du glaubst, die Bedürfnisse Deine Klient*innen fraglos erfüllen zu müssen, ohne auf Deine eigenen zu achten?

Es scheint so, dass wir nicht in Konflikte mit unseren Klient*innen geraten wollen.

Klar hat das mit unserer eigenen Geschichte zu tun.

Ich selbst bin mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen und habe gelernt, meine Bedürfnisse hintenanzustellen.

Es war daher ein längerer Prozess, mir diese erst einmal bewusst zu machen und für sie einzustehen.

Auch die Angst vor Ablehnung spielt häufig eine Rolle, wenn man die eigenen Bedürfnisse nicht im Blick hat.

Menschen in helfenden Berufen ziehen häufig ein großes Selbstwertgefühl aus ihrer Arbeit mit ihren Klient*innen.

Eigene Belastungen werden daher kaum wahrgenommen.

Wir sind es so gewohnt, für andere da zu sein, dass wir ganz „vergessen“, auch die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Ein Selbstläufer quasi.

Während wir ganz genau sehen, dass es für unsere Klient*innen sehr wichtig ist, sich abzugrenzen, scheint das für uns selbst nicht zu gelten…

 

Feuerwehrfrau als Retterin in der Not.

Gefangen im Drama Dreieck

Manchmal verfangen wir uns auch im Drama Dreieck, was uns den Blick für die notwendige Abgrenzung verstellt.

Bei dem vom Transaktionsanalytiker Stephen Karpman entwickelten psychologischen Modell wird typisches menschliches Verhalten vereinfacht dargestellt.

Dieses Modell ist hilfreich, um eigenes Verhalten und das des Gegenübers besser einschätzen zu können.

Menschliches Verhalten bewegt sich demnach im Spannungsfeld Retter*in, Verfolger*in und Opfer.

Die Retter*in braucht als Gegenüber das Opfer, um sich bestätigt zu fühlen.

So kann sie sich beweisen, dass sie gebraucht wird, dass es ohne sie nicht geht.

Dadurch kann sie sich überlegen fühlen.

Die Retter*in handelt ungefragt über den Kopf des Opfers hinweg, weil sie glaubt, dass dieses nicht selber handeln kann.

Der Verfolger*in hingegen geht es darum, zu kritisieren und anzuklagen.

Die Grundhaltung „Ich bin okay. – Du bist nicht okay.“ steckt hinter diesem Verhaltensmuster.

Das Opfer  ist hilflos und verzweifelt und fühlt sich von anderen herabgesetzt.

Die eigene Lösungskompetenz wird hier abgewertet.

Viele unserer Klient*innen verbleiben in der Opferrolle und hoffen von uns gerettet zu werden.

Eine Rolle, die wir oft bewusst oder unbewusst anzunehmen scheinen.

Doch, wenn wir in dieser Dynamik verbleiben, hilft das weder unseren Klient*innen noch uns weiter.

Dieses zu reflektieren und die Retter*innenrolle bewusst abzulegen, ist ein wichtiger Schritt zu einer wirkungsvollen Abgrenzung.

 

Emotional involviert zu sein, hilft niemandem!

Auch, wenn wir emotional viel zu sehr involviert sind, erscheint es uns nahezu unmöglich, uns abzugrenzen.

Das passiert ganz besonders dann, wenn wir von der Geschichte unserer Klient*innen tief berührt sind.

Wir können dieses Leid nur schwer aushalten, was uns dazu verführt, uns immer mehr anzustrengen und für unsere Klient*innen zu arbeiten statt mit ihnen.

Diese Schonung unsere Klient*innen blockiert ihren Heilungsprozess und führt außerdem dazu, dass wir ausbrennen.

Auch wenn wir es besser wissen, versuchen wir häufig, die Probleme für sie zu lösen.

Mitgefühl wird so zu Mitleid und führt in eine Sackgasse…

 

Herausforderndes Verhalten unserer Klient*innen

Manchmal fordert uns das Verhalten unserer Klient*innen so sehr heraus, dass wir die Notwendigkeit, sich dagegen abzugrenzen, aus dem Blick verlieren.

Dies können unberechtigte Vorwürfe sein oder aber auch feindseliges bzw. abwehrendes Verhalten, das uns in die Defensive gehen lässt.

Manche Klient*innen wollen nicht wirklich mitarbeiten und sind so sehr im Widerstand, dass sie ihren eigenen Prozess blockieren.

Wenn wir das nicht rechtzeitig mitbekommen, machen wir unbewusst die Arbeit für sie, was zu nichts führt – außer zu unserer Erschöpfung.

Anstatt, dass sie Selbstverantwortung übernehmen, bleiben sie in Fantasien gefangen, von uns gerettet werden zu wollen, was wir offensichtlich unbewusst bereitwillig übernehmen.

Da hilft es weiter, uns diese Dynamik bewusst zu machen und ihre Selbstverantwortung in der Therapie zum Thema zu machen.

 

Überhöhte unrealistische Erwartungen unserer Klient*innen

Auch mit einer solchen Erwartungshaltung blockieren Klient*innen ihren eigenen Prozess.

Sie kommen so keinen Schritt weiter.

Sie nehmen ihre eigenen Schritte, die kleinen Veränderungen, nicht mehr wahr.

Dies verhindert den therapeutischen Erfolg.

Auch hier geraten wir manchmal unbewusst durch die gefühlten Erwartungen unter Druck, ohne es so richtig wahrzunehmen und haben das Gefühl, uns nicht abgrenzen zu „dürfen“, da wir befürchten, dass die Klient*innen nicht damit umgehen könnten.

 

Ein NEIN kostet Anstrengung!

Tatsächlich müssen wir uns richtig anstrengen, um uns abzugrenzen.

Das ist selten ein einfacher Prozess, der nur so „flutscht“.

Wir müssen dazu oft eigene Widerstände überwinden.

Dies hat in der Regel mit unserem eigenen Selbstbild zu tun.

Wir sehen uns lieber als die hoch engagierte, empathische und hilfsbereite Therapeut*in anstatt auch mal Nein zu sagen.

Möglicherweise fällt es uns leichter, wenn wir lieber JA sagen anstatt NEIN sagen zu müssen.

Das erscheint uns vielleicht wie eine Abgrenzung light und macht es uns einfacher.

Das könnte z.B. so aussehen: „Ich möchte lieber dieses und jenes tun.“ Anstatt: „Nein, das möchte ich nicht.“

 

Angst vor der Reaktion des Gegenübers

Wir machen nicht so häufig die Erfahrung, dass unsere Abgrenzung von Klient*innen begeistert aufgenommen wird.

Manche reagieren sehr vorwurfsvoll oder auch verzweifelt, wenn sie nicht das bekommen, was sie sich erhofft haben.

Dann fällt es besonders schwer, beim NEIN zu bleiben, weil wir befürchten, dass sie keinen Umgang damit finden und überfordert sind.

Dennoch ist es für beide Seiten wichtig, sich genau damit auseinanderzusetzen.

Also lass Dich nicht beirren, bleibe bei Deinem NEIN und schaue auch bei Dir, was Dein NEIN auslöst.

Es lohnt sich, sich auch mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen.

 

Konfliktfähigkeit trainieren

Selbst wir als Therapeut*innen haben nicht unbedingt Konfliktfähigkeit gelernt, auch, wenn wir denken, dazu in der Lage sein zu sollen..

Wir sind vielleicht froh, wenn wir einen Konflikt vermeiden können anstatt ihn anzugehen.

Doch letztendlich bringt uns das nicht weiter.

Das NEIN sagen ist ein wichtiger Teil von Konfliktlösungskompetenz.

Diese führt auch zu verbesserten Beziehungen – sowohl privat als auch beruflich.

Beziehungen finden dann auf Augenhöhe statt.

Auch, wenn es auf den ersten Blick schwerfallen mag, sich abzugrenzen, hilft diese Fähigkeit dabei, unsere Arbeit gut zu machen und unsere Klient*innen empathisch zu begleiten.

 

Ich freue mich darauf, von Dir zu lesen, welche positiven Erfahrungen Du mit Abgrenzung gemacht hast.

Gerade als Therapeut*in ist es sehr wichtig, sich abgrenzen zu können, um nicht in ein Burnout zu rutschen.

3 gute Gründe, warum Du Dich als Therapeut*in abgrenzen können solltest

Wahrscheinlich hast Du diesen Satz schon zigmal gehört: Nur, wer gut für sich selbst sorgt, kann auch gut für andere da sein.

Und vielleicht hängt Dir dieser Satz auch schon zum Halse raus…

Dennoch macht dies den Satz nicht weniger wahr.

Und auch, wenn wir – gerade als Psychotherapeut*innen – dies wissen, fällt es uns dennoch schwer dies umzusetzen.

Ich spreche da aus leidvoller persönlicher Erfahrung.

Vielleicht kennst du meine persönliche Geschichte, die ich an der einen oder anderen Stelle bereits erwähnt habe – vielleicht aber auch nicht.

Daher sei sie hier noch einmal kurz erwähnt.

Mir fiel es sehr schwer, mich von den leidvollen Geschichten meiner Klient*innen abzugrenzen, so dass ich mich in Gedanken viel mit diesem traumatischen Grauen beschäftigte.

Hinzu kam, dass ich das Gefühl hatte, ganz besonders für meine Klient*innen da sein zu müssen.

Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, auch nach anderen Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen, sondern ich schaufelte mir jederzeit Zeit frei, um für meine Klient*innen auch in Krisensituationen immer zur Stelle zu sein.

Und Krisensituationen gibt es bei schwerem Trauma eigentlich immer…

So wurde ich immer erschöpfter und hatte gar keine Kraft mehr, um meine Arbeit zu bewältigen.

Ich musste mir selbst eine Grenze setzen: Stopp! Bis hierhin und nicht weiter!

Zum Glück konnte ich nach einer relativen kurzen Auszeit meine geliebte Arbeit wieder aufnehmen.

Es war gerade noch rechtzeitig genug, um nicht an einem schweren Burnout zu erkranken.

Dennoch musste ich sehr aufpassen, nicht immer wieder in ein Burnout hineinzurutschen.

Auch bei vielen Kolleg*innen konnte ich dieses Phänomen beobachten.

Häufig führte das zu langen Ausfallzeiten für die Klient*innen, die dann von einem Tag auf den anderen ohne therapeutische Begleitung  da standen.

Manchmal wurde die Therapie auch von den Kolleg*innen ganz abgebrochen, da sie einfach nicht mehr konnten.

Es ist leicht, sich vorzustellen, was das für die betroffenen Klient*innen bedeutete…

Wer sich gut abgrenzt, sorgt gut für sich.
Selbstfürsorge kann Spaß machen

Wozu eine gute Selbstfürsorge wichtig ist

Während wir unsere Klient*innen gut darin unterstützen, sich immer besser abzugrenzen, „vergessen“ wir völlig, es selbst zu tun.

Dabei übersehen wir, dass wir unsere Klient*innen nur dann gut begleiten können, wenn wir eine gute Abgrenzungsfähigkeit besitzen und gut für uns sorgen können.

Eine gute Selbstfürsorge ist daher wichtig, um genau die Arbeit machen zu können, für die wir so brennen – ohne auszubrennen.

Und ohne, dass die Empathie auf der Strecke bleibt.

Gut für sich zu sorgen, ist auch für uns selbst wichtig, um wieder Kraft zu tanken und weiterhin (oder wieder) Freude an unserem Leben zu haben: privat und beruflich.

Es gibt uns eine innere Freiheit – fernab vom berühmten Hamsterrad, in dem sich so viele bewegen.

Mit dem Verleugnen unserer Bedürfnisse ist niemandem geholfen – weder uns selbst noch unserem Gegenüber.

Denn früher oder später bezahlen wir dafür einen hohen Preis: Burnout.

Selbstfürsorge bringt uns in eine Balance, die hingegen ein Burnout verhindert.

Das haben Deine Klient*innen von Deiner guten Abgrenzungsfähigkeit

Unser Umgang mit Grenzen kann ein Vorbild für unsere Klient*innen sein.

Oft haben sie Grenzverletzungen erlebt und es fällt ihnen daher schwer, Grenzen zu setzen.

Wenn sie aber sehen, dass wir einen gesunden Umgang mit Grenzen haben, bekommen auch sie eine Idee davon, wie das idealerweise aussehen könnte und können sich Teile davon abgucken.

Sie können mit uns in einem gesicherten Rahmen das Grenzen setzen lernen und die Erfahrung machen, dass nichts Schlimmes passiert, wenn sie sich abgrenzen.

Grenzen ziehen kann insofern auch als etwas Gutes erlebt werden.

Das Thema von Nähe und Distanz kann zum Gegenstand therapeutischer Sitzungen werden.

Wieviel Nähe oder auch Distanz ist förderlich?

Und wieviel davon ist auch nötig?

Dies gilt es, miteinander auszuhandeln.

Die therapeutische Beziehung bietet daher ein ideales Übungsfeld.

Hinzu kommt, dass, wenn wir uns selbst nicht in ein Burnout manövrieren,  wir unsere Klient*innen weiterhin empathisch begleiten können.

Lange Ausfallzeiten und Therapieabbrüche aufgrund unserer mangelnden Abgrenzungsfähigkeit bleiben aus.

Eine Win-Win-Situation!

Mit einer guten Abgrenzung gegen ein Burnout

Wenn wir hingegen permanent unsere eigenen Bedürfnisse missachten, werden wir immer unzufriedener mit uns selbst, aber auch mit anderen.

Das hat direkte Auswirkungen auf unser soziales Umfeld, sei es beruflich oder privat.

Unser Engagement, das wir vorher besaßen, schwindet langsam.

Das Ignorieren unserer zeitlichen Kapazitäten und unseres Bedürfnisses, zwischendurch unsere Batterien wieder aufzuladen, führt früher oder später direkt in ein Burnout.

Daher ist es unabdingbar, dass wir lernen, uns gut abzugrenzen und unseren eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben, damit genau das nicht passiert.

Wir sollten uns auch von Gedanken wie

  • „Ich muss sie von ihrem Leid befreien!“
  • „Ich muss eine Lösung finden!“

verabschieden.

Der Druck, den wir uns dadurch machen, ist nicht zielführend.

Wir können die Probleme der Klient*innen nicht für sie lösen.

Davon abgesehen, ist es auch nicht hilfreich für unsere Klient*innen, die so keinen Schritt weitergehen können.

Wir müssen uns eingestehen, dass wir unsere Klient*innen nicht retten können – egal, wie sehr wir uns auch anstrengen und egal wie sehr wir es auch (heimlich) wollen.

Dafür können wir etwas viel Wirksameres: Unsere Klient*innen in ihrem Prozess begleiten und ihnen zur Seite stehen.

Dafür ist es notwendig, dass wir gut für uns sorgen und eben nicht vor lauter (Über-)Engagement ausbrennen.

Unserem Helfer*innen-Syndrom auf die Spur zu kommen, ist ein wichtiger Baustein in der Burnout-Prävention.

Eine gute Abgrenzungsfähigkeit ermöglicht auch einen besseren Kontakt zu sich selbst.

Mehr Achtsamkeit in Umgang mit uns selbst führt zu mehr Achtsamkeit im Kontakt mit anderen.

Was setzt Du bereits an Selbstfürsorge um?

Ich freue mich über Deinen Kommentar unter diesem Artikel.

Ein NEIN zu Anderen ist ein JA zu Dir - Wie Du in 4 Schritten NEIN sagen lernst

Warum sagst Du NEIN zu meinem Kurs?

Ich habe an einer tollen Gemeinschaftsaktion von der She-preneur Academy von Tanja Lenke teilgenommen.

Mehr als 100 Frauen haben im Rahmen einer Challenge einen Betakurs in verschiedenen Bereichen wie Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen, Marketing, Gesundheit, Selbständigkeit und Unternehmerinnentum, Beruf und Karriere, Hobbies, Familie und Beziehung, Tiere sowie Weiterbildung erstellt.

Da sind spannende Kurse zu den unterschiedlichsten Themen zusammengekommen wie z.B. von Lena Widmayer, wie man Stress am Abend vermeidet oder von Jacqueline Strecker, wie man Selbstsabotage beendet.

Was bedeutet Beta-Kurs genau?

Die Kurse werden live durchgeführt. Das heißt, der Input wird in einem Gruppenmeeting vermittelt, so dass die Teilnehmer*innen sich aktiv einbringen können und es Gelegenheit zum Austausch gibt.

Das ist eine tolle Gelegenheit, zumal die Kurse zu einem stark vergünstigten Preis angeboten werden, den es in Zukunft nicht mehr zu haben gibt.

Ein NEIN zu anderen ist ein JA zu Dir – Wie Du in 4 Schritten NEIN sagen lernst

Mein Kurs mit diesem Titel ist auch ein Teil dieses Angebots.

Ich weiß, dass es vielen Menschen schwerfällt, NEIN zu sagen, besonders Frauen, die von klein auf, darauf trainiert werden, Anderen die Wünsche von den Augen abzulesen.

Und ich weiß, dass viele es gerne lernen möchten, sich besser abzugrenzen.

Und trotzdem hat niemand diesen Kurs gebucht…

Da frage ich mich natürlich, warum nicht, da der Bedarf ganz offensichtlich da ist und die Konditionen extrem klasse sind.

Deswegen habe ich mich entschieden, diesen Artikel über meinen Kurs zu schreiben und über Dein Feedback herauszufinden, warum Du Dich gegen meinen Kurs entschieden hast.

Dieser Kurs bietet Dir eine tolle Chance, das NEIN sagen direkt in der Gruppe zu üben.

So hast Du viel mehr davon, als wenn Du den Kurs nur als Selbstlernkurs machen würdest.

Die Angst, NEIN zu sagen

Oft trauen wir uns nicht, NEIN zu sagen, da wir befürchten, der Andere könnte uns nicht mehr mögen.

Oder vielleicht haben wir Angst, damit einen Konflikt heraufzubeschwören.

Möglicherweise möchten wir dem Gegenüber nicht gegen den Stopf stoßen.

Daher kann ich gut nachvollziehen, dass Du Dich mit diesem Thema erst gar nicht auseinandersetzen möchtest.

Schließlich könnten Ängste hochkommen, die Du unangenehm findest.

Doch was wäre die Alternative?

Du wärst weiterhin unzufrieden mit Dir, da Du Dich immer noch nicht traust, NEIN zu sagen.

Du würdest Dich immer noch in Situationen wiederfinden, zu denen Du nur halbherzig JA gesagt hast.

Daher lohnt es sich, dieses Thema trotz der darunterliegenden Ängste anzugehen.

Denn der Gewinn ist viel höher: Wenn Du Dich bewusst auch mal für ein NEIN entscheidest, gewinnst Du mehr Zeit für Dich und vermeidest es Dinge zu tun, die du nicht tun möchtest.

„Ich habe keine Zeit!“

„Ich habe keine Zeit“

Es kann auch sein, dass Du gerade stark beschäftigt bist und befürchtest, keine Zeit für den Kurs zu haben.

Ein gutes Argument.

Das kenne ich auch, denn mir fehlt auch immer Zeit.

Der Tag ist viel zu schnell rum und nicht alles erledigt, was Du Dir vorgenommen hast.

Dennoch: Wenn Du etwas verändern möchtest, in Deinem Leben, kommst Du nicht darum herum, Dir dafür etwas Zeit zu reservieren.

Vielleicht ist Dein Leidensdruck noch nicht stark genug, wenn Du dir dafür keine Zeit nehmen möchtest.

Ich gebe zu: Dies ist ein provokanter Gedanke.

Und doch: Wenn Du Dir für etwas keine Zeit nimmst, bedeutet das nur, dass Du Deine Prioritäten anders setzt.

Ich bin doch nicht egoistisch!

Möglicherweise möchtest Du den Kurs auch deshalb nicht machen, da Du befürchtest, als egoistisch zu gelten, wenn Du auch mal einer Bitte nicht nachkommst.

Du möchtest lieber als ein hilfsbereiter Mensch gelten.

Das ist absolut verständlich.

Es tut Deiner Hilfsbereitschaft allerdings keinen Abbruch, wenn Du auch ab und zu mal NEIN sagst.

Vielleicht zögerst Du aber deswegen, das NEIN sagen zu lernen.

Wenn Du dich allerdings immer nach den Bedürfnissen von Anderen richtest anstatt auch Deine Bedürfnisse im Auge zu behalten, besteht früher oder später die Gefahr auszubrennen.

Du hast es bestimmt schon so oft gehört… Ich wiederhole es a n dieser Stelle dennoch noch einmal:

Nur, wenn Du auch für Dich selbst da bist, kannst Du auch für Andere da sein.

Weitere Einwände?

Eventuell gibt es auch noch andere Einwände, warum Du das NEIN sagen gerade nicht lernen möchtest und Du deswegen nicht an meinem Kurs teilnehmen möchtest.

Einwände, die mir noch gar nicht eingefallen sind…

Ich würde mich sehr freuen, diese Einwände von Dir zu hören: Entweder als Kommentar unter diesem Artikel oder aber gerne auch per E-Mail an mich unter kontakt@marion-kellner.net.

Falls ich Dich aber überzeugt haben sollte, dass JETZT der richtige Zeitpunkt ist, um zu lernen, sich besser abzugrenzen, dann erfährst Du hier mehr Details zu meinem Kurs.

Eine Frau sagt NEIN, eine andere Frau sagt JA

Jedes „Nein“ ist ein „Ja“ zu dir selbst

Warum es so wichtig ist, Grenzen zu setzen und dein Ding zu machen

Ein Gastartikel von Alice Guldenbrein

Selbstliebe und Selbstfürsorge ist im Moment voll im Trend. Zu Recht!

Viel zu selbstverständlich verbiegen wir uns im Alltag, ganz schleichend und oft unbemerkt.

Wir passen uns an und fügen uns ein, um nur ja nicht abgelehnt, zurückgewiesen, ausgeschlossen zu werden oder anzuecken.

Es liegt in unserer Natur, dass wir Angst vor Ablehnung haben, da es in der frühesten Kindheit für unser Überleben wesentlich ist, nicht von der Mutter abgelehnt zu werden.

Als Erwachsener allerdings gibt es diese Notwendigkeit, um jeden Preis dazu zu gehören, ja nicht mehr.

Doch häufig bemerken wir es gar nicht, wo wir, den anderen zu liebe, etwas nicht sagen, tun oder unsere eigenen Bedürfnisse hinten anstellen.

Es geht hier nicht um einen Ego Trip, sondern darum, sich selbst am Weg durch das Leben nicht zu verlieren.

Die eigenen Bedürfnisse sollten zumindest so wichtig sein, wie die der Anderen und das ist häufig nicht der Fall.

Vielleicht kennst du diesen inneren Dialog auch, wenn du eigentlich keinen Lust auf irgendetwas hast, weil du lieber was anderes machen würdest, dass du dir selbst sagst:

  • „Ist ja nicht so wichtig“
  • „Das kannst du ja später machen“
  • „Stell dich nicht so an“
  • „Du kannst doch jetzt nicht Nein sagen“
  • „Da musst du jetzt durch“ usw.

Und dabei geht es oft um kleine Dinge, wie gerade keine Lust auf ein Telefonat zu haben, dass du eigentlich kein Fleisch essen magst bei einer Einladung, gerade lieber allein wärst, ein bestimmtes Gespräch gerade nicht führen möchtest, gerade Ruhe brauchst, gerade keine Lust auf eine bestimmte Person hast oder eine Gefallen lieber nicht tun möchtest.

Vielleicht sagst du jetzt „ist ja nicht so schlimm“ oder „das kann ich ja wohl machen“.

Und genau das ist die Gefahr.

Ganz unmerklich wird uns es zur zweiten Natur, über unsere eigenen Bedürfnisse, Befindlichkeiten und Grenzen drüber zu fahren und uns so irgendwann selbst nicht mehr so richtig zu spüren.

Mir ging es oft so, dass ich, wenn ich die Wahl hatte, gar nicht mehr wusste, was mir eigentlich lieber wäre und ich erst mal wieder lernen musste, zu spüren was ich wirklich will. Ganz nach dem Motto, wenn ich meine Bedürfnisse nicht spüre, hab ich auch nicht das Problem, mir diese erfüllen zu müssen, durchzusetzen, was ich will und kann mich dadurch perfekt einfügen.

Das Problem dabei ist allerdings, das ich dafür einen hohen Preis bezahlt habe.

Schmerzlich habe ich erfahren, dass mich, überspitzt gesagt, das „Verkaufen“ meiner Seele für Liebe, Anerkennung und Wertschätzung, weder zum erwünschten Ergebnis bringt noch vor Ablehnung schützt.

Ich denke heute sogar, dass genau aus diesem Grund die meisten meiner Liebesbeziehungen zu Bruch gegangen sind. Auch war ich dann manchmal genervt und unwillig, wenn ich zähneknirschend zu oft meine Bedürfnisse hintan gestellt habe oder ich war gekränkt, wenn das Gegenüber das im Gegenzug nicht so macht, wenn ich dann mal was brauchte.

ÜBUNG: Mach dir eine Befürchtungsliste

Denk an eine Situation oder an einen Menschen, bei dem es dir besonders schwer fällt dich abzugrenzen oder „Nein“ zu sagen.

Nimm am Besten etwas, das schon geschehen ist, und wo du dann nicht „nein“ oder sogar „ja“ gesagt hast.

Es kann auch eine Situation sein, wie ein Anruf, den du angenommen hast, obwohl du keine Lust hattest,
ein Gespräch, das du nicht beendet hast, obwohl du nicht mehr wolltest oder Ähnliches.

Dann mach dir eine Liste, indem du folgenden Satz ergänzt:
Wenn ich zu XY „Nein“ sage, befürchte ich dass XY …

(zB: schlecht über mich denkt, mich verurteilt, mir beim nächsten Mal auch nicht helfen wird, …)

Du kannst den Satz entsprechend anpassen, z.B.:

  • Wenn ich jetzt nicht abhebe, befürchte ich dass er…
  • Wenn ich da nicht mitgehe, befürchte ich dass sie …
  • Wenn ich jetzt absage, befürchte ich dass sie … usw.

Es ist schon mal spannend unsere Befürchtungen schwarz auf weiß zu sehen.

Oft haben wir ja eher ein ungutes Gefühl oder sind nicht so klar, warum wir uns manchmal verpflichtet fühlen, Dinge zu tun, oder glauben etwas nicht tun zu können.

Du kannst jetzt allerdings noch einen Schritt weiter gehen und dir deine Befürchtungen noch genauer ansehen.

Arbeit mit The Work von Byron Katie

Dafür eignet sich ganz besonders eine unglaublich wirkungsvolle Methode, in die ich mich sehr vertieft und eine fundierte Ausbildung zum Lehrcoach gemacht habe, nämlich „The Work“ von Byron Katie.

Byron Katie ist eine Amerikanerin, die vor über 30 Jahren diese Methode entwickelt hat.

Alice Guldenbrein mit The Work Erfinderin Byron Katie und ihrem Kollegen Andreas
Alice Guldenbrein mit Byron Katie und ihrem Kollegen Andreas

Es sind nämlich nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern, wie wir gerade bei der Übung oben gesehen haben, es ist das, was wir über die Dinge denken.

In dem Fall, was wir über das „Nein“ sagen und seine Konsequenzen denken.

Bei „The Work“ untersuchen wir mit nur 4 Fragen ob das, was wir ursprünglich glauben denn auch wirklich wahr ist, um so womöglich ganz neue Blickwinkel zu entdecken und unseren Horizont zu erweitern.

Zum Beispiel: Kann ich denn wirklich wissen, dass es wahr ist, dass der andere gekränkt sein wird, wenn ich Nein sage?
Zugleich schauen wir auch, was es uns kostet, nicht zu tun, was für uns stimmig ist.

Und das finden wir heraus bei der Frage, wie du reagierst und was passiert, wenn du deine Befürchtung wirklich glaubst.

Da wirst du entdecken, welche Muster, wie auf Autopilot bei dir, in solchen Situationen ablaufen und wieviel Stress dieser Gedanke, der ja nur eine Mutmaßung ist, bei dir auslöst.

Wenn du das alles für dich entdeckt hast und auch siehst, was alles möglich wäre ohne diese Befürchtung, dann hast du die Wahl.

Die Krönung sind dann noch die sogenannten Umkehrungen, also deinen Geist aufzumachen für andere Perspektiven.

Du schaust dir an, ob es denn möglich wäre, dass es eine andere Sichtweise für die selbe Situation
geben könnte. (zB: Wenn ich „Nein“ sage, ist er nicht gekränkt.)

Und dafür suchst du dann Beispiele, die beweisen könnten, dass das auch möglich ist.

Das ist oft eine sehr ungewohnte Art, die Dinge zu betrachten, und erfordert ein bisschen Übung.

Aber wenn du das einmal verinnerlicht hast, dann öffnet es dir eine ganz ganz neue, liebevollere und freiere Welt und vor allem einen ehrlicheren, authentischeren Weg dein Leben zu leben und dein wahres, wunderbares Wesen zu zeigen.

Und das ist ein riesengroßes Geschenk für alle.

Du siehst also, es lohnt sich, das mal zu versuchen.

Hier also noch mal zusammengefasst, die 4 Fragen von „The Work“ von Byron Katie:

  • Ist es wahr?
  • Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, ob das wahr ist?
  • Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?
  • Wer wärst du in der selben Situation ohne den Gedanken?

Dreh es um ins Gegenteil.

Finde Beispiele dazu, wie das auch möglich sein könnte, oder vielleicht sogar wahrscheinlicher als dein ursprüngliche Gedanke.

Solltest du bis hier her gelesen haben ohne die Übung zu machen, dann tu es bitte jetzt und mach es wirklich schriftlich.

Unser Geist ist so schnell und flüchtig und glaubt oft, schon alles (besser) zu wissen.

Also mach es, bitte!

Es wird dir die Augen öffnen und so viel mehr Freiheit schenken.

Ich veranstalte dazu immer wieder Workshops, gebe Einzecoachings, was zu Beginn oft sehr hilfreich ist, um
mal rein zu kommen und biete auch regelmäßig die Ausbildung zum Coach for The Work an.

Wenn ich deine Neugierde geweckt habe und du gerne mehr über mich, zu diesem Thema wissen oder dir kostenlos weitere inspirierende Inputs holen möchtest, dann melde dich sehr gerne bei mir (welcome@aliceguldenbrein.com) oder stöbere auf meiner Webseite, schau auf Facebook und auf meinem You Tube Kanal vorbei.

Ich freu mich sehr, wenn du dir von all meinen Inputs möglichst viel mitnehmen kannst oder wenn wir uns mal persönlich kennen lernen.

Also gutes Gelingen und viele Erkenntnisse mit der Übung und bleib weiter dran!

Es ist es wirklich wert!

Müde Frau. Die Klopftechnik EFT hilft gegen die Erschöpfung.

Klopfe mit EFT Dein Burnout hinweg

Vielleicht hast Du schon von EFT gehört.

Vielleicht rätselst du aber auch herum, was EFT genau bedeutet.

Und was bitteschön hat das mit Klopfen zu tun?

Okay, dann werde ich das Geheimnis mal lüften…

EFT bedeutet Emotional Freedom Technique und wurde von dem Amerikaner Gary Craig entwickelt.

Manche nennen es auch Tapping oder Klopfakupressur. Man könnte es auch als Akupunktur ohne Nadeln bezeichnen.

EFT liegt die Annahme zugrunde, dass es sich bei negativen Emotionen oder anderen Belastungen um eine Blockade im Energiesystem handelt.

Durch das Klopfen wird diese Blockade aufgehoben und die Energie kann somit wieder frei fließen.

So wirkt EFT

Während wir das belastende Gefühl aktivieren, klopfen wir mit den Fingerspitzen bestimmte Meridian-Punkte unseres Körpers.

Klopfen sorgt dafür, dass die Blockaden sich lösen und sich die Belastung verringert.

Das aus der Balance geratene Energiesystem gelangt wieder in Harmonie.

Mit EFT wird ein Prozess des Loslassens von alten Gedankenmustern und Gefühlen in Gang gesetzt.

Das zuvor stark empfundene Gefühl hat an Intensität ganz abgenommen oder verschwindet ganz.

Auch wenn es noch nicht ganz klar ist, warum EFT so effektiv wirkt, gibt es verschiedene Erklärungsansätze.

Von einem neurologischen Standpunkt aus gesehen kommt es beim Klopfen zu einer körperlichen Entspannung, während man gleichzeitig das belastende Gefühl durch den Fokus auf das Problem aktiviert.

Diese beiden sich widersprechenden Informationen kommen gleichzeitig im Gehirn an, welches diesen Widerspruch löst, indem dem Problem eine neue Bedeutung beigemessen wird.

Das Problem wird somit nicht mehr als Problem wahrgenommen.

In der Forschung hat man herausgefunden, dass das sog. „Glückshormon“ Serotonin bei diesem Vorgang freigesetzt wird, was dafür sorgt, dass sich die Stimmungslage bessert.

Zudem werden Ängste und Depressionen durch Serotonin reduziert.

Anwendungsmöglichkeiten von EFT

  • Stress
  • Erschöpfung
  • Ängste
  • Phobien
  • Zwangsstörungen
  • depressive Verstimmungen bis hin zu einer Depression
  • Gefühle von Ohnmacht, Machtlosigkeit, Hilflosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Lernprobleme
  • Liebeskummer
  • belastende Gefühle wie Eifersucht, Wut, Ärger, Traurigkeit oder Neid
  • (chronische) Schmerzen
  • Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerzen)
  • Allergien, Heuschnupfen, Asthma
  • Suchtprobleme wie Esssucht, Rauchen oder Alkoholismus
  • Beziehungsprobleme
  • Übergewicht (zum Abnehmen)
  • Unruhe
  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis
  • Traumata (nur mit professioneller Begleitung!)

Wie Du an dieser Aufzählung sehen kannst, kannst Du auch alle Burnout-Symptome mit EFT „wegklopfen“.

So kann die Klopftechnik gut gegen Burnout eingesetzt werden.

Und das Tolle ist: Du kannst es ganz allein anwenden, ohne dass Du Therapiestunden buchen musst.

Es ist ganz einfach zu lernen.

So läuft eine EFT-Sequenz ab

Damit Du einen Eindruck bekommst, verlinke ich Dir hier ein Video, in dem Du sehen kannst, wie eine EFT-Sitzung aussehen kann:

Das Grundschema ist das folgende:

  1. Einschätzung der Intensität
  2. Der Einstimmungssatz
  3. Die Sequenz
  4. Die 9-Gamut-Folge
  5. Die Sequenz
  6. Einschätzung der Intensität
  1. Einschätzung der Intensität

Wir beginnen die Sitzung damit, auf einer Skala von 1-10 die Intensität des Gefühls oder des Problems einzuschätzen.

Somit haben wir die Möglichkeit später zu überprüfen, inwieweit sich die Belastung verringert hat.

2. Der Einstimmungssatz

Da es bei EFT erst einmal darum geht, uns trotz unserer Schattenseiten oder schwierigen Gefühle liebevoll anzunehmen, bevor wir das Belastende loslassen können, beginnen wir mit einem Einstimmungssatz nach folgendem Muster, während wir den Handkantenpunkt klopfen:

„Auch, wenn ich total erschöpft bin, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.“

Diesen Satz wiederholen wir drei Mal.

Mit der positiven Affirmation hebeln wir eine mögliche Selbstsabotage aus.

3. Klopf-Sequenz

Alles, was Du wissen musst, sind die Meridianpunkte, die Du mit 2-3 Fingerspitzen abklopfst.

Es ist dabei unerheblich, welche Hand Du benutzt.

Wie oft Du klopfst? Das ist nicht wichtig. Klopfe einfach ein paar Mal.

Dies sind die Meridian-Punkte, die Du der Reihe nach abklopfst:

  • Handkante – dort, wo der kleine Finger seitlich in die Handkante übergeht (mit allen Fingern klopfen)
  • Augenbraue innen – neben der Nasenwurzel am Beginn der Augenbraue
  • Auge außen – auf dem Knochen seitlich am Auge
  • Unter dem Auge – in der Mitte auf dem knöchernen Rand
  • Unter der Nase – zwischen Nase und Oberlippe
  • Kinnpunkt – in der Falte zwischen Unterlippe und Kinn
  • Schlüsselbeinpunkt – in der Vertiefung unterhalb des Schlüsselbeins, neben dem Brustbein
  • Unter dem Arm – eine Handbreit unterhalb der Achsel (mit der flachen Hand klopfen)
  • Handkante – dort, wo der kleine Finger seitlich in die Handkante übergeht (mit allen Fingern klopfen)
  • Kopfpunkt – in der Mitte des Kopfes

Schaue Dir am besten das Video an, wenn Du Dir unsicher bist, wo die Punkte genau liegen.

Während Du diese Punkte nacheinander durchklopfst, sprichst Du das aktuelle Problem an, das Du gerne beklopfen möchtest.

In unserem Beispiel wäre das: „diese Erschöpfung“.

Du kannst auch längere Sätze sagen, wie z.B.: „Diese Erschöpfung macht mich fertig!“

Oder auch: „Ich bin schon ganz genervt von dieser Erschöpfung!“

Nachdem du alle Punkte durchgeklopft hast, gehst Du über zur 9 Gamut-Sequenz.

4. Die 9 Gamut-Folge

Hinter diesem seltsamen Namen verbirgt sich nichts anderes als die Sequenz zur Harmonisierung der beiden Gehirnhälften.

Dazu klopfst Du den sog. Gamut-Punkt, während Du gleichzeitig bestimmte Handlungen ausführst.  

Den Gamut-Punkt findest Du, indem Du einen Finger auf den Bereich zwischen Ring- und dem kleinen Finger legst. Von diesem Punkt aus bewegst Du Deinen Finger ca. 2,5 cm in Richtung Handgelenk.

Und schon hast Du den Gamut-Punkt gefunden.

Nun kannst Du während des Klopfens dieses Punktes folgende Aktionen nacheinander ausführen:

  • Schließe und öffne abwechselnd Deine Augen.
  • Blicke immer abwechselnd erst schräg nach links unten, dann schräg nach rechts unten.
  • Rolle Deine Augen im Uhrzeigersinn und anschließend im Gegenuhrzeigersinn.
  • Als nächstes summst Du ein beliebiges Lied für ein paar Sekunden.
  • Zähle anschließend von 1-5.
  • Zum Schluss summst Du noch einmal eine beliebige Melodie für ein paar Minuten.

Der Vorteil der 9 Gamut-Folge ist auch, dass Du das bereits in der ersten Klopf-Sequenz erreichte, weiter verankerst.

5. Zweite Klopf-Sequenz

Es empfiehlt sich noch eine zweite Klopfsequenz durchzuführen, um eine tiefere Wirkung zu entfalten.

Dabei gehst Du genauso vor wie in der ersten Klopf-Sequenz.

Du kannst die gesprochenen Sätze aber auch variieren, wenn Du möchtest.

Weitere Beispielsätze:

„Ich möchte mich am liebsten zusammenreißen!“

„Ich verstehe überhaupt nicht, warum ich so erschöpft bin!“

„Die Erschöpfung soll verschwinden!“

„ich habe genug von der Erschöpfung!“

Es kann vorkommen, dass beim Klopfen bestimmte Erinnerungen auftauchen.

In dem Fall beklopfe am besten alle Gefühle, die damit zusammenhängen, bis du eine Erleichterung verspürst.

6. Einschätzung der Belastung

Zum Abschluss schätzt Du nochmals auf einer Skala von 1 (Ich fühle mich gut.) bis 10 (Ich fühle mich stark belastet.) Deine Belastung durch das Problem oder das Gefühl ein.

Wünschenswert wäre es einen Wert unter 3 zu erhalten.

Wenn Du mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden bist, kannst Du das gesamte Verfahren noch einmal wiederholen.

Mache EFT zu einer guten Gewohnheit

In der Regel wirst Du recht schnell eine Besserung der Symptomatik verspüren, vor allem bei regelmäßiger Anwendung der Klopftechnik.

Es wäre hilfreich, täglich 2-4 Mal jeweils 2-5 Minuten EFT anzuwenden.

In einer Studie aus dem Jahr 2012 wurde herausgefunden, dass EFT das Stressniveau der Proband*innen um 24 Prozent gesenkt hatte.

Es lohnt sich also dranzubleiben… 🙂

Gerne kannst Du mir von Deinen Erfahrungen mit EFT berichten.

Ein Mädchen als Superheldin. Auch der innere Kritiker ist ein Superheld, der das dahinter versteckte ängstliche Kind schützt.

Die guten Absichten des inneren Kritiker Teams

Wie in den letzten Blogartikeln bereits mehrfach beschrieben, geht es darum zu lernen, mit dem Team des inneren Kritikers auszukommen, ja vielmehr noch: in einen freundschaftlichen Kontakt zu gehen.

Um dies überhaupt machen zu können – da diese inneren Stimmen ja nicht sehr freundschaftlich mit uns umgehen… -, ist es wichtig zu verstehen, mit wem wir es genau zu tun haben.

Das ganze Team des inneren Kritikers hatte ich Dir ausführlich in einem früheren Blogartikel bereits vorgestellt:

  • der Kontrolleur
  • der Perfektionist
  • der Antreiber
  • der Allen-Rechtmacher
  • der Be- und Verurteiler

Das verletzte Kind

Wir haben uns auch schon angeschaut, in welchen Entwicklungsphasen jeweils welcher innere Kritiker entstanden ist und was ihre jeweilige wichtige Aufgabe ist.

Heute geht es darum zu verstehen, dass hinter jedem dieser inneren Kritiker eigentlich ein verletztes inneres Kind steckt.

Ja, ich weiß, dass ist auf den ersten Blick kaum zu glauben.

Und dennoch: Es handelt sich um ein kleines inneres Kind, das sich mal sehr ängstlich und hilflos gefühlt hat.   

In diesem Anteil sind alle Gefühle, Gedanken und Bilder der damaligen Notsituation abgespeichert.

Das ängstliche innere Kind versucht sich dem von außen Gewünschten anzupassen und denkt, dass es geliebt wird, wenn es nur tut, was die anderen von ihm wollen.

Ein aufgebrachtes Mädchen, das misstrauisch schaut. Auch der innere Kritiker möchte das ängstliche Kind nur schützen.

Die Geburt des inneren Kritikers

Dies ist die Geburt des inneren Kritikers – ein aus der Not geborener Lösungsversuch.

Es handelt sich dabei um einen Überlebensmechanismus, der dazu dient, Angst, Scham, Schmerz und auch Verlust von Bindung zu minimieren oder sogar ganz zu vermeiden.

Oder anders ausgedrückt: Der innere Kritiker sorgt dafür, das zu vermeiden, wovor das innere verletzte Kind sich fürchtet.

Auch, wenn uns der innere Kritiker heute so mächtig erscheint, geht es hier doch um zwei innere Kind-Anteile, die aus einer psychischen Notsituation heraus entstanden sind und beide in der Vergangenheit festhängen.

Auf der Spur der guten Absicht

Machen wir uns nun mal neugierig auf die Suche nach der guten Absicht machen, so können wir leicht nachvollziehen, dass die Entstehung des inneren Kritikers aus der Kinderlogik heraus eine gute Idee war. Zumindest damals.

Für das Heute jedoch erscheint uns diese „Lösung“ als sehr hinderlich. Und der Preis erscheint doch auch recht hoch.

Haben wir die gute Absicht dahinter erst einmal verstanden, ist es hilfreich, zu überlegen, wie wir das Gleiche auf sehr viel günstigerem Wege erreichen können, ohne den Vorteil der Wächterfunktion des inneren Kritikers zu verlieren.

Die wichtigste Frage lautet also: Was genau ist die gute Absicht hinter den Vorwürfen und Beschimpfungen der diversen inneren Kritiker?

Aus der Sicht der Beobachterin

Um dies herauszufinden, sollten wir uns in die Position der Beobachterin bzw. des Beobachters begeben, denn aus der kindlichen Position heraus, wird uns das nicht gelingen.

Jedes Kind möchte geliebt und anerkannt werden.

Der innere Kritiker versucht auf verquere Art und Weise genau das zu erreichen.

Das hilflose und ängstliche Kind von damals ist in der Vergangenheit steckengeblieben, genau zu dem Zeitpunkt, zu dem es die Not erfahren hat.

Es verhält sich heute noch so, wie es sich damals verhalten hat. Auch die Gefühle sind die Gleichen.

Es ist so, als wäre seitdem keine Zeit vergangen.

Das wiederum ruft den inneren Kritiker auf den Plan: Denn die Situation von damals mit Gefühlen von Verlassenheitsangst, Scham, Schuld und Hilflosigkeit soll sich NIE WIEDER wiederholen!!!

Die verschiedenen inneren Kritiker haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um das verletzte innere Kind vor Ablehnung und Verurteilung zu schützen.

Der Perfektionist meint Zurückweisung verhindern zu können, indem er möglichst perfekt ist.

Die Strategie des Allen-Rechtmachers hingegen ist es, die Erwartungen anderer zu erfüllen, um dieses Ziel zu erreichen.

Der Antreiber gönnt sich keine Ruhe und versucht durch Leistung zu gefallen.

Die gute Absicht Deines inneren Kritikers

Welches ist der Lieblingssatz Deines inneren Kritikers? Welchen Satz sagt er meistens zu Dir?

Versuche nun der guten Absicht Deines inneren Kritikers auf die Spur zu kommen.

Wovor scheint Dich der innere Kritiker schützen zu wollen?

Vielleicht fällt Dir auch eine dazugehörige Situation ein, in der der innere Kritiker entstanden sein könnte.

Sei neugierig und gehe auf Spurensuche.

Was kann uns nun in dieser Situation weiterhelfen?

Ich hatte bereits erwähnt, dass es keinen Sinn macht, irgendeinen der inneren Kritiker zu bekämpfen – zumindest nicht, wenn Du weiterkommen möchtest.

Je mehr Du das versuchst, desto mehr Gegenwind wirst Du erhalten. Es lohnt sich also ganz und gar nicht.

Und es wäre auch nicht sinnvoll. Denn schließlich hatten wir bereits festgestellt, dass es sich um einen Überlebensmechanismus handelt.

Diesen können wir nicht einfach entfernen, sondern wir sollten uns gut überlegen, was wir an dessen Stelle setzen könnten.  

Innere Kritiker sind wie Kinder, die von den überlebenswichtigen Bezugspersonen abhängig sind.

Sicherheit ist daher ihr oberstes Ziel.

Diese Sicherheit soll mit allen Mitteln gewährleistet werden. Dafür wird alles getan!

Löse Dich aus der Identifikation mit dem inneren Kind

Wir müssen uns aus der Identifikation mit diesen inneren Kindern lösen.

Dies hilft uns in die Erwachsenenperspektive zu wechseln, aus der wir das Problem lösen können.

Wir können uns klarmachen, dass es sich um eine vergangene Situation mit vergangenen Gefühlen handelt.

Wir können uns sagen, dass dies unser wunder Punkt ist aufgrund der Erfahrungen, die wir machen mussten.

Dann können wir in unser erwachsenes Ich von Heute switchen und uns bewusst machen, dass wir als Erwachsene heute andere Möglichkeiten haben, dass wir nicht mehr ausgeliefert sind wie wir es damals waren.

Heute können wir anders damit umgehen!

Wir sollten uns bewusst machen, dass die Angriffe von einem Teil in uns stammen, der uns ursprünglich einmal damit schützen wollte und dass dies heute nicht mehr zielführend ist.

Und wir müssen uns klarmachen, dass es sich um Vergangenes handelt, was mit dem Heute nichts mehr zu tun hat.

Unsere Kindheit lässt sich im Nachhinein nicht mehr verändern. Was sich allerdings verändern lässt, ist unser Blick darauf und damit unsere Bewertung davon.

Es lohnt sich, wertschätzend auf den inneren Kritiker zuzugehen und mit echter Neugier zu erforschen, was genau er mit seinen Tiraden gegen Dich bezweckt.

Nur so hast Du eine Chance, das Team des inneren Kritikers zur Kooperation zu bewegen.

So ist es dann möglich, die Gefühle der Angst und der Hilflosigkeit aus der Vergangenheit mit den Ressourcen aus dem Heute zu verbinden und das damalige Problem aus der Erwachsenen-Perspektive zu lösen.

Dein Burnout im Jahresrückblick und Jahresausblick

Eigentlich wollte ich weiter an meiner Serie zum inneren Kritiker schreiben.

Aber dann dachte ich mir, dass es gerade bei Burnout ja ganz wichtig ist zu reflektieren, was uns ins Burnout getrieben hat und Dinge zu verändern, die direkt in ein Burnout führen.

Und was bietet sich da besser an als das Jahresende bzw. der Jahresanfang.

Selbst, wenn die zu Neujahr mit Inbrunst getroffenen Entscheidungen oft nicht umgesetzt werden. Aber vielleicht ist das dieses Mal ganz anders.

Das vergangene Jahr reflektieren

Vielleicht hast Du Dir zwischen den Jahren bereits Zeit genommen, Dir Gedanken um das Jahr 2020 zu machen.

Ich denke, für uns alle gilt, dass dieses Jahr ganz anders verlaufen ist, als wir es erwartet haben.

Auch wenn das „böse“ C-Wort uns alle aus unserem normalen Alltagstrott herauskatapultiert hat, hat es dennoch auch unser Hamsterrad angehalten und uns die Möglichkeit zum Innehalten gegeben.

Viele von uns mussten völlig umdenken und haben ihre Arbeit von offline zu online verlegt.

So hattest Du vielleicht völlig unerwartet eine Verschnaufpause, die Dir möglicherweise erst bewusst gemacht hat, dass Du völlig ausgebrannt bist. 

Burnout als Chance

Wenn Du Burnout als eine Möglichkeit in Betracht gezogen hast, hast du Dir vielleicht auch schon Gedanken dazu gemacht, wie das passieren konnte.

Lasse das Jahr vor Deinem inneren Auge Revue passieren und überlege genau, welche äußeren Umstände dazu beigetragen haben.

Vielleicht hattest Du als Psychotherapeut*in viel mehr Klient*innen, als Du verkraften konntest – sowohl von den zeitlichen Kapazitäten als auch von der emotionalen Belastung her. 

Oder Du hast Dir keine Zeit für Pausen oder einen Ausgleich genommen.

Möglicherweise bist Du aber auch mit Deinen Arbeitsbedingungen unzufrieden, da Du immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit erledigen musst.

Schreibe alles auf, was Dir in den Sinn kommt.

Inwiefern hast du zu Deinem Burnout beigetragen?

Möglicherweise findest Du diese Frage sehr provokant… Dennoch finde ich es wichtig, sie zu stellen, da sie uns hilft, den Weg aus dem Burnout zu finden.

Vielleicht bist du sehr perfektionistisch und machst Dir das Leben damit schwer, da nur 1.000 Prozent für Dich akzeptabel sind.

Oder aber Du neigst dazu, es allen rechtmachen zu wollen und Deine Bedürfnisse zu vernachlässigen. Das Wort NEIN ist ein Fremdwort für Dich.

Eventuell ist Dein Selbstwertgefühl daran gebunden, wie viel Leistung Du erbringst.

All dies sind Verhaltensweisen, die ein Burnout fördern.

Analysiere also, welches Verhalten Dich so sehr über Deine eigenen Grenzen gehen lässt.

Burnout in 2020 und 2021

Was möchtest Du 2021 verändern?

Wenn Du diese Bestandsaufnahme gemacht hast, können wir uns nun dem Neuen Jahr zuwenden.

Ausgehend von Deiner Analyse des alten Jahres kannst du Deine Ziele für 2021 festlegen.

Was genau möchtest Du verändern?

Was möchtest Du nicht mehr tun?

Ich weiß, es ist schwer, Gewohnheiten zu verändern. Das gilt für eingefahrene Charaktereigenschaften noch viel mehr.

Wichtig ist, dass Du dabei Schritt für Schritt vorgehst, um Dich weder zu überfordern noch zu frustrieren.

Überlege Dir für jeden Veränderungswunsch konkrete Umsetzungsmaßnahmen, damit dieser nicht diffus bleibt.

Wenn Du z.B. lernen möchtest, Dich besser abzugrenzen, dann fange dies am besten in Situationen an, die eher einfach sind, anstatt gleich mit der schwierigsten Situation. Du könntest es z.B. ablehnen, jemanden an der Kasse vorzulassen, wenn Du es selber eilig hast und freundlich NEIN sagen, anstatt denjenigen zähneknirschend vorzulassen.

Mache Dir eine Liste von Deinen Änderungswünschen und fange mit dem Umsetzen gleich an. So gerät Dein Vorhaben auch nicht so schnell in Vergessenheit.

Sorge dafür, dass Du diese Liste immer im Blick hast.

Ein kleiner Tipp: Trage Dir in Deinen Kalender Zeiten ein, die Du für Deine Veränderung reservieren möchtest.

Deine SMARTen Ziele

Wahrscheinlich hast Du schon einmal von der SMART-Methode gehört, wenn es um das Setzen von Zielen geht. Falls nicht, fasse ich es hier einmal kurz zusammen:

Um die Ziele auch wirklich erreichen zu können, ist es wichtig sie richtig zu formulieren, anstatt sie nur vage zu benennen. Dafür ist die SMART- Methode hilfreich. Ein ziel sollte also folgende Eigenschaften haben:

S – Spezifisch

M – Messbar

A – Akzeptiert

R – Realistisch

T – Terminierbar

Ein smartes Ziel ist zum Beispiel:

Bis zum 31.12.2021 werde ich eine neue Stelle als Psychotherapeutin in einem anderen Krankenhaus finden.

Statt:

Ich suche mir einen neuen Job.

Formuliere Deine Ziele für 2021 nach diesem Schema und schreibe Sie Dir am besten handschriftlich auf.

Hilfreich ist es auch, wenn Du diesen Zettel dort hinhängst, wo Du mehrmals täglich dran vorbei gehst.

So verankern sich Deine Ziele besser in Deinem Unterbewusstsein.

Deine Vision

Denke ruhig groß! Wo soll es für Dich hingehen? Vielleicht hast du ja ganz große Wünsche?

Okay, in der Regel lassen sich diese vielleicht nicht in einem Jahr erfüllen.

Aber auch daran kannst Du Schritt für Schritt arbeiten.

Mein Traum war es schon immer, an einem Ort nahe am Meer zu leben, an dem möglichst oft die Sonne scheint. In Berlin habe ich keine gute Work-Life-Balance hinbekommen. Nachdem ich bereits einmal im Burnout gelandet war, bin ich weiterhin immer so daran entlang geschrappt.

Deswegen beschloss ich von der Großstadt Berlin in ein kleines Dorf an der Küste von Goa zu ziehen und das Leben gemächlicher angehen zu lassen.

Hier ist es mir tatsächlich gelungen, meinen Alltag völlig umzukrempeln.

Ich nehme mir Zeit für Sonnenuntergangsspaziergänge am Strand oder zum Schwimmen am Meer.

Ich habe inzwischen eine ausgedehnte Morgenroutine mit Workout, Yoga und Meditation. So starte ich ganz anders in den Tag.

Das Leben hat sich entschleunigt.

Und natürlich genieße ich die Sonne… 😊

So radikal muss die Veränderung nicht immer sein. Aber tiefgreifende Veränderungen erfordert ein Burnout schon, denn sonst bleibt alles beim Alten.

Was ist also Deine Vision? Ich bin gespannt darauf, von Dir zu lesen.