So steuerst Du Dein Leben anstatt Dich steuern zu lassen

Es lohnt sich, mal innezuhalten und sich die folgenden Fragen zu stellen:

  • Wer bestimmt eigentlich, was in Deinem Leben passiert? Du selbst oder aber andere?
  • Inwieweit lebst Du Deine Bedürfnisse?
  • Wie steht es mit Deiner Zufriedenheit im Arbeitsleben?
  • Bist du glücklich mit Deinem derzeitigen Leben?

Solltest Du das Steuer Deines Lebens nicht mehr in der Hand halten, ist es Zeit für eine Veränderung in Deinem Leben!

Von dem Problem Everybody`s Darling zu sein

Wir alle möchten gemocht und respektiert werden. Dies ist praktisch ein menschliches Grundbedürfnis. Um dieses Ziel zu erreichen, tun wir manchmal oder auch sogar oft Dinge, die wir gar nicht tun wollen und „kaufen“ uns damit das Wohlwollen unseres Gegenübers.

Das Problem dabei ist, dass wir in solchen Fällen nicht als Person gemeint sind. Denn Menschen, die von uns erwarten, dass wir keine Probleme bereiten und unsere Ecken und Kanten verborgen halten, meinen nicht wirklich uns. Sie sind eher daran interessiert, ungehindert das zu bekommen, was sie sich wünschen.

Das zeigt sich daran, dass Du nur so lange beliebt bist, wie Deine emotionale oder sonstige Unterstützung diesen Menschen zufließt. Brauchst Du sie dann auch einmal: sind sie meistens sofort verschwunden!

Wenn Du versuchst, Everybody‘s Darling zu sein anstatt Dich selbst auszudrücken, wirst Du an einem bestimmten Punkt eine bittere Enttäuschung erleben, nämlich dann, wenn Dein Emotionskonto leer und Du erschöpft und ausgebrannt bist.

Wenn Du nicht mehr in der gewohnten Weise das geben kannst, was die Menschen um Dich herum gewöhnt sind, kommt die Erkenntnis, dass ihre Zuneigung Deinem Verhalten und nicht Deiner Person galt.

Vielleicht bist Du der Meinung, dass ich dieses Bild zu düster gezeichnet habe? Doch ich habe dies schon viel zu oft gesehen.

Es erscheint paradox, aber: Je mehr Du Dich selbst aufgibst, um von anderen gemocht zu werden, desto weniger erreichst Du dieses Ziel! Und noch schlimmer: desto eher läufst Du Gefahr, ausgenutzt statt respektiert zu werden. Denn die Menschen um Dich herum müssen nichts dafür tun, dass Du jederzeit für sie verfügbar bist.

Wenn Du Dich hingegen zeigst, mit allem, was Du bist, wirst Du dafür anerkannt und respektiert werden, zumindest von den meisten. Sie wissen, woran sie bei Dir sind! Und für Dich bedeutet dies, dass Du mal die Erwartungen anderer erfüllst und mal auch nicht – je nachdem, wie sie im Einklang mit Deinen eigenen Bedürfnissen stehen. Die gute Nachricht ist: Wer Dir seine Zuneigung auch dann schenkt, wenn Du ehrlich zu ihm bist, der meint auch wirklich Dich und nicht nur Dein Wohlverhalten!

Damit aufhören, nett zu sein?

Natürlich geht es nicht darum, sich immer nur abzugrenzen und sich zu „verweigern“. Aber es ist wichtig, die eigene Gesundheit und Zufriedenheit im Leben nicht zugunsten anderer permanent aufs Spiel zu setzen. Nett und hilfsbereit zu sein, ist völlig in Ordnung, aber es kommt auf ein gesundes Gleichgewicht an. Es sollte keine dauerhafte Disbalance im Geben und Nehmen geben. Außerdem wird nur derjenige als Gegenüber auf Augenhöhe wahrgenommen, der auch seine Bedürfnisse äußern und seine Interessen wahren kann.

Du musst Dich entscheiden, ob Du lieber nett sein möchtest oder Du selbst!

Liebe Dich selbst!

Es ist eine Binsenweisheit: So wie wir über uns denken, denken andere ebenfalls über uns! Das trifft auch auf den Respekt gegenüber uns selbst zu: Je weniger wir uns selbst respektieren, desto weniger respektieren uns auch andere.

Unser einzigartiges Leben basiert auf Selbstrespekt. Doch oft führen wir innere Dialoge, in denen wir uns selbst kritisieren und auf unseren Schwächen herumreiten. Dies können wir verändern, indem wir liebevoller über uns denken und auch mit unseren Schwächen Frieden schließen. Wenn wir positiver über uns denken, werden andere dies auch tun.

eigenes Leben steuern: Schatten integrieren

Eigene Schattenanteile integrieren

Die Aussöhnung mit uns selbst gelingt uns umso leichter, je mehr wir akzeptieren, dass jedes Gefühl in uns seine Berechtigung hat – auch Wut oder Schmerz. Es ist daher auch wichtig, den Anteilen unserer Persönlichkeit Raum zu geben, die wir vielleicht als Schattenanteile ansehen. In dem Moment, in dem wir sie akzeptieren und anerkennen, werden sie uns nicht mehr aus dem „Untergrund“ quälen und uns andere Menschen stellvertretend dafür angreifen lassen. In dem Moment, in dem Du Dir selbst mit mehr Respekt begegnest und Dich so akzeptierst, wie Du bist, werden Dir andere Menschen auch mit Respekt begegnen.

Der Preis einer jeden Entscheidung

Um etwas Neues im Leben zu gewinnen, müssen wir etwas Altes aufgeben. Für jede Entscheidung zahlen wir einen Preis. Wir müssen uns daher überlegen, ob wir bereit sind, diesen Preis zu zahlen und wenn ja, vorwärts gehen. Die meisten Mensch sind nicht bereit diesen Preis zu bezahlen und bleiben daher in ihrem Alltagstrott gefangen, obwohl sie vielleicht bestimmte Dinge erkannt haben und eigentlich verändern wollen. Wie ist das bei Dir?

So löst Du innere Konflikte

Immer dann, wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, bedeutet dies, dass ein innerer Konflikt von zwei gleich starken Kräften in Dir tobt. Du trittst dann auf der Stelle und wirst immer frustrierter. Möchtest Du also vorankommen, ist es wichtig, diesen Konflikt zu erkennen und anschließend zu lösen. Doch dies scheint leichter gesagt als getan.

Folgende Fragen können Dir dabei ein Wegweiser sein:

  • Was wünschst Du Dir schon lange, ohne dass Du einen Schritt in diese Richtung gegangen bist?
  • Welche fruchtlosen Selbstgespräche führst Du immer wieder in Deinen Gedanken, ohne einen Schritt voran zu kommen?
  • Welcher innere Konflikt zwischen zwei verschiedenen Persönlichkeitsanteilen könnte vorliegen?
  • Wenn Du sicher wärst, nicht scheitern zu können, was würdest Du dann tun?
  • Wie hast Du bereits ähnliche Konflikte in der Vergangenheit gelöst? Gibt es erprobte Lösestrategien, die Du in der aktuellen Situation wieder erfolgreich anwenden könntest?
  • Welches Mindset bräuchtest Du, um selbstbewusst Deinen Weg zu gehen?
  • Wenn Du als weise Frau bzw. weiser Mann auf Dein Leben zurückschaust, was würdest Du Dir heute in der aktuellen Situation raten?

Nimm Dir Zeit, um diese Fragen für Dich am besten schriftlich zu beantworten. Du wirst dann einiges viel klarer sehen und kannst die nächsten Schritte planen.

Falls Du Dir professionelle Unterstützung dabei wünschst, kannst Du Dir hier gern ein 30-minütiges kostenloses Kennenlerngespräch buchen, um einen Eindruck von mir und meiner Arbeitsweise zu bekommen.

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Klar Nein sagen

Die Freiheit, klar Nein zu sagen

Ich fange heute vielleicht ungewöhnlicherweise diesen Artikel mal mit einem Zitat an, das ich für ein klares Nein sehr passend finde:

Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit!

Nicolas Chamfort

Das wusste der Dramatiker bereits im 18. Jahrhundert.

Wenn wir anfangen, vermehrt auch mal klar Nein zu sagen, kommt uns dies meistens nicht wirklich wie Freiheit vor. Ganz im Gegenteil: Uns quält das schlechte Gewissen, und wir machen uns Selbstvorwürfe. Wir sind häufig so daran gewöhnt, alles für andere zu tun und uns selbst aus dem Blick zu verlieren, dass die Schuldgefühle an uns nagen. 

Doch ich möchte hier für eine andere Perspektive werben. Denn: Ein halbherziges Ja zu anderen, ist ein klares Nein gegenüber uns selbst.

Gründe für ein halbherziges Ja

Die Gründe dafür können tatsächlich vielfältig sein:

  • Vielleicht haben wir Angst vor Ablehnung oder Zurückweisung.
  • Oder wir wollen das Gegenüber nicht verletzen oder vor den Kopf stoßen.
  • Wir befürchten, unsere Schuldgefühle würden uns „umbringen“.
  • Wir sehen uns lieber als einen hilfsbereiten Menschen anstatt als einen, der Hilfe verweigert.
  • Wir haben Angst vor Zurückweisung, weil wir in der Kindheit da bereits schlechte Erfahrungen mit gemacht haben.
  • Wir befürchten, in einen Konflikt zu geraten und scheuen die Konfrontation.
  • Wir haben den Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung, die uns durch ein Nein versagt werden könnte.
  • Wir möchten nicht als egoistisch gelten.
  • Es könnte auch die Angst davor sein, unseren gewohnten Pfad zu verlassen und ein alternatives Verhalten auszuprobieren, von dem wir noch nicht wissen, welche Konsequenzen das für uns hätte.
  • Vielleicht wollen wir uns aber einfach nur beweisen, dass wir es schaffen können, diese Aufgabe zu erfüllen.

Was es auch immer ist, diese Gründe halten uns oft unbewusst davon ab, für uns einzustehen und ein klares Nein zu formulieren, wenn wir einer Bitte nicht nachkommen wollen.

Doch indem wir nicht Nein sagen, wenn wir es eigentlich wollten, verstoßen wir gegen unsere eigenen Werte und ent-werten uns damit selbst. Die ständigen Ja-Sager*innen werden nicht ernst genommen. Wer hingegen ein klares und selbstbewusstes Nein formuliert, erhöht eindeutig sein Ansehen und wird von anderen respektiert.

Jedes klare Nein enthält auch ein klares Ja

Wer Nein zu etwas sagt, sagt Ja zu etwas anderem, das ihm mehr bedeutet und attraktiver für ihn ist. Oder anders ausgedrückt: Wer weiß, was sie will, weiß auch, was sie nicht will.

Um dies zu verdeutlichen, schlage ich Dir ein kleines Gedankenexperiment vor.

Nehmen wir mal an, Du bist frisch verliebt. Es vergeht keine Minute, in der Du nicht an Deinen neuen Partner oder Deine neue Partnerin denkst. Du schwebst im 7. Himmel. Sicher kennst Du das Phänomen, dass man in solchen Phasen eine besondere Ausstrahlung hat, die andere leicht anzieht.

Nehmen wir nun einmal weiter an, dass Dich eine attraktive Frau oder ein attraktiver Mann auf einer Party ansprechen und Dich näher kennenlernen möchte. Wie hoch denkst Du, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du kopfüber in eine Liebesaffäre schlitterst? Die Wahrscheinlichkeit tendiert sicherlich gegen Null, oder?

Und warum? Weil Du ein klares Ja für Deine neue Partnerschaft empfindest und gar kein Interesse an einem Seitensprung hast. Ein Nein wird Dir in so einem Fall ganz leicht über die Lippen kommen, oder?

Je klarer dein Ja, desto klarer ist auch Dein Nein. Überlege Dir daher einmal, wofür Du brennst. Das schließt auch Deine Werte mit ein. Für wen Gerechtigkeit ein wichtiger Wert ist, wird Nein sagen zu jeder Form der Ungerechtigkeit.

Was sind Deine Werte, zu denen du uneingeschränkt Ja sagst? Und was sind die Situationen, zu denen du klar Ja sagst?

Vielleicht fallen Dir Situationen ein, in denen Du es bereits erfolgreich geschafft hast, Nein zu sagen? Dann versuche sie genau zu analysieren. Kannst Du daraus Deine ganz persönliche Strategie ableiten?

5 effektive Strategien zum Nein sagen

Ob es Dir gelingt, Dich abzugrenzen oder eben nicht, hängt von Deiner mentalen Stärke ab. Dazu gehört auch, Deine Emotionen sinnvoll lenken zu können, anstatt sich ihnen ausgeliefert zu fühlen. Daher solltest Du Dir die Frage stellen, wie selbstbewusst Du (schon) bist.

Folgende Strategien helfen Dir dabei, Nein zu sagen, wenn Du Nein sagen möchtest, Dich aber (noch nicht) dazu durchringen konntest:

  1. Mache Dir die positiven Konsequenzen bewusst!

Meistens ist es so, dass wir uns die größten Katastrophen vorstellen, die auf ein Nein folgen könnten. Statt Dich in diese negative Selbst-Hypnose hineinzusteigern, schlage ich Dir vor, den Spieß einfach mal umzudrehen:

Stell Dir vor, was Du Tolles erleben wirst, weil Du Nein gesagt hast. Wenn Du Deiner Chefin sagst, dass Du die Überstunden heute nicht machen kannst, kannst Du Dir vorstellen, wie Du stattdessen einen tollen Kinoabend mit einer Freundin verbringst und Dich dabei total entspannen kannst.

2. Bleibe in Deiner Rolle!

Sehr häufig hat die Unfähigkeit, Nein zu sagen mit einem Rollenkonflikt zu tun. Es kann sein, dass sich Privates mit Beruflichen vermischt. Vielleicht fragt Dich ein Kollege, mit dem Du auch befreundet bist, ob Du ihm die Beratungsstunden mit einer Klientin abnehmen könntest, da er noch so viele Berichte schreiben muss.

3. Mache das Problem nicht zu Deinem eigenen!

Sich in andere hineinfühlen zu können, ist eine tolle Fähigkeit. Allerdings ist sie beim Nein sagen üben eher hinderlich. Denn dadurch verlierst Du Deine eigenen Bedürfnisse aus dem Blick und kümmerst Dich eher um die Erfüllung der Interessen deines Gegenübers.

Wenn Deine Kollegin zu viel Arbeit hat, die sie nicht bewältigen kann, hilft es ihr langfristig nicht weiter, wenn Du sie entlastest, indem Du ihr die Arbeit abnimmst. Vielmehr wäre es Aufgabe der Leitung dafür zu sorgen, dass das Arbeitspensum der zeitlichen Kapazität angemessen verteilt ist. Mache dies daher nicht zu Deinem Problem!

4. Mache den Katastrophen-Fantasien ein Ende!

Eigentlich haben wir nicht unbedingt Angst davor, Nein zu sagen. Vielmehr malen wir uns die Konsequenzen eines Neins in den düstersten Farben aus und halten dies für Realität. Kein Wunder, dass wir uns nicht trauen, Nein zu sagen!

Überlege Dir stattdessen, wie wahrscheinlich Deine Katastrophenfantasie ist. Denke darüber nach, welche wahrscheinlicheren Folgen Dein Nein haben könnte.

Mach Dir außerdem klar, dass ein ehrliches Nein sowohl Dir als auch Deinem Gegenüber mehr dient als ein geheucheltes Ja. Menschen, denen Du wichtig ist, werden Dein Nein akzeptieren, selbst wenn es ihnen nicht in den Kram passen sollte. Und ganz ehrlich: Diejenigen, die Dein Nein bekämpfen, um ihre eigenen Interessen rücksichtslos durchzusetzen, brauchst Du nicht in Deinem Leben, oder?

5. Akzeptiere Deine begrenzten Kräfte

Das moderne Leben mit seiner ständigen Erreichbarkeit fordert uns so einiges ab. Multitasking ist in aller Munde. Statt Dich unbegrenzt mit allen möglichen Aufgaben zu beladen und letztendlich in einem Burnout zu landen, mach dir bewusst, dass auch Deine Kräfte – wie die aller anderen Menschen auch – begrenzt sind und daher sinnvoll eingesetzt werden sollten. Du bist nicht für alles und jede*n zuständig!

Nein sagen ohne schlechtes Gewissen

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Mit Asanas Resilienz stärken

Resilienz in Deinem Leben stärken

Das Leben schüttelt und rüttelt uns immer mal wieder kräftig durch und stellt uns vor einige Herausforderungen. Krisen können uns zutiefst erschüttern und sogar in Verzweiflung stürzen. Damit das nicht so leicht passiert, ist es wichtig, Resilienz zu entwickeln.

Was ist Resilienz?

Resilienz bedeutet Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft. Damit ist die bemerkenswerte Fähigkeit gemeint, unser Leben trotz aller Höhen und Tiefen gut zu meistern. Sie bedeutet innere Stärke und eine gute Verbundenheit mit uns selbst. Kleine und große Herausforderungen bringen uns den Gewinn des Wachstums und der Entwicklung von Resilienz, auch wenn uns dies in diesen Situationen nicht so vorkommen mag.

Die gute Nachricht ist: Resilienz lässt sich trainieren.

Die Beschäftigung mit Resilienz kann uns in schwierigen Zeit Halt, Kraft und auch Orientierung geben.

So lässt sich Resilienz entwickeln

Eine wichtige Leitfrage in Krisensituationen könnte die folgende sein:

Wo finde ich sogar in stürmischen Zeiten feste Anker, die mir Halt geben und Schutzräume, in denen  ich ausruhen kann, um meine Energiespeicher aufzufüllen?

Krisenzeiten sind besondere Zeiten in unserem Leben. In diesen Zeiten ist nichts mehr, wie es vorher war. Das, was wir über uns und unser Leben gedacht haben, löst sich auf. Das Neue ist noch im Werden, das Alte trägt nicht mehr. Diese Zeiten des Umbruchs erfordern viel Geduld, denn meistens dauert es länger, bis wir wieder sicheren Boden unter den Füßen spüren. Und dennoch geben uns diese Entwicklungsprozesse die Möglichkeit, uns selbst richtig gut kennen- und lieben zu lernen.

Es ist auch wichtig, sich bewusst zu machen, dass Balance in unserem Leben kein permanenter Zustand sein kann. Vielmehr geht es darum, uns immer wieder neu mit den stetigen Veränderungen in unserem Leben auszubalancieren und diese Veränderungen zu integrieren.

Der Körper ist dabei ein wichtiger Wegweiser für uns. Gerade in stressigen Zeiten spüren wir die Auswirkungen dieses Stresses im Körper. Es lohnt sich also, achtsam in unseren Körper hinein zu spüren und die Signale, die er uns sendet, ernst zu nehmen.

Krisen bewältigen

Eine Krise stellt unser gesamtes Leben auf den Kopf. Eine Krise hat auch gravierende Auswirkungen auf unseren Selbstwert und unser Gefühl für Selbstwirksamkeit. Wir haben vermehrt mit physischen und psychischen Problemen zu kämpfen. Auch unsere Arbeitsfähigkeit ist oft eingeschränkt.

Die Bedeutung des altgriechischen Wortes Krise zeigt uns schon, worum es geht: eine schwierige Lage, Situation oder Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt. Es geht also darum, diesen Wendepunkt auch wahrzunehmen und aktiv einen Ausweg aus dieser Krise zu suchen. Es gilt, Entscheidungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume auch in diesen sehr herausfordernden Zeiten zu erschließen. Diese lösungsorientierende Haltung kann uns wieder in die Kraft bringen und ungeahnte Potentiale entfalten. So kann eine Krise auch als Chance begriffen werden. Krisenbewältigung wird somit zu einem Sprungbrett in eine neue, in eine reifere, ausbalancierte Lebensqualität und auch die Lebensfreude kommt wieder zurück.

Victor Frankl, der den Nazi-Terror im KZ überlebt und sich viel mit Resilienz beschäftigt hat, betont einen wichtigen Punkt:

»Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.« 

Victor Frankl

Der Einstieg in die Resilienz

Als erstes ist es wichtig, Dir über Deine Ausgangssituation klarzuwerden. An welchem Punkt stehst Du jetzt? Schau dir Deine jetzige Situation ganz ehrlich an. Bist Du so erschöpft, dass Du Dich nur noch zur Arbeit schleppst und am liebsten gar nicht mehr hingehen würdest? Oder hast Du das Problem bereits erkannt und versuchst mit geeigneten Mitteln gegenzusteuern? Bist Du in sich ständig wiederholenden Grübeleien gefangen? Oder gelingt es Dir bereits hin und wieder, auch das Positive an einer schwierigen Situation zu sehen?

Hast Du Deine Ausgangslage bestimmt, kommen nun die 4 HERZ-Perspektiven ins Spiel. Sie werden Dir dabei helfen, eine Situation ganz anders wahrzunehmen, als dies vorher der Fall war. Somit eröffnen sich ganz neue Perspektiven.

H wie Haltung

Welche Einstellung habe ich zu meiner jetzigen Lebenssituation? Kann ich sie annehmen oder leide ich darunter und finde keinen Weg hinaus?

E wie Empathie

Welche Emotionen löst das bei mir und auch bei anderen aus? Unterdrücke ich meine Gefühle oder gelingt es mir, sie zuzulassen?

R wie Ressourcen

Was gibt mir Kraft, Orientierung und Halt in dieser Situation? Welche Ressourcen fallen mir ein, um schwierige Lebenssituationen zu meistern?

Z wie Zeuge / Zeugin

Was nimmt der weise Beobachter bzw. die weise Beobachterin in mir wahr? Wie sieht die Situation von einer neutralen Position heraus aus?

Am besten, Du machst Dich mit diesen vier HERZ-Perspektiven vertraut. Es erfordert ein wenig Training, aber Du wirst sehen, dass es Dir mit der Zeit immer leichter fällt, herausfordernde Situationen anders zu betrachten.

Resilienz stärken

Kraftquellen nutzen

Sylvia Kéré Wellensiek beschreibt in ihrem Buch „Logbuch Resilienz: Arbeitsbuch mit Übungen, Tipps und Anregungen. Gelassen im Sturm“ 12 Stufen, um Resilienz im eigenen Leben zu etablieren.

In der ersten Stufe schlägt sie vor, sich mit den eigenen Kraftquellen zu beschäftigen. Resilienz bedeutet Lebenskraft. Deshalb lautet die Kernfrage der Resilienz: Wie viel Energie, Vitalität und Spannkraft stehen Dir im Moment zur Verfügung?

Kennst Du Deine Energiespender und Energieräuber?

Sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, ist besonders in Krisenzeiten relevant. Denn gerade dann ist es wichtig, sich gut um den eigenen Energiehaushalt zu kümmern. Wenn Du weißt, wie Du Deine Energie und Deine Kraft wieder anheben kannst, bist Du mit deiner eigenen Kraftquelle erneut verbunden. Du fühlst Dich wieder viel wohler und leistungsfähiger. Du spürst erneut Lebensfreude durch Deine Adern fließen.

Die Energiefass-Übung

Im Folgenden beschreibe ich die ersten Schritte einer Übung von Sylvia Kéré Wellensiek. Darin geht es darum, mit Deinen tiefen Kraftquellen in Kontakt zu kommen.

So führst Du die Übung durch:

Male zuerst ein Energiefass als Symbol für Deinen Energiehaushalt auf ein Blatt Papier. Ohne groß darüber nachzudenken, erspürst Du zu wieviel Prozent dieses Fass zum jetzigen Zeitpunkt mit Deiner Energie gefüllt ist. Es ist lediglich eine Momentaufnahme. Daher kann dieses Bild jedes Mal anders aussehen. Wenn Du zwischen zwei Zahlen schwankst, kannst Du auch das visuell abbilden.

In einem nächsten Schritt kannst Du nun überlegen, was Du in der Regel tust oder auch tun könntest, um Dein Energiefass weiter zu füllen. Genau so wichtig ist es aber auch, sich darüber Gedanken zu machen, was dazu beiträgt, dass Du Deine Energie verlierst.

Am besten hältst Du Deine Energiequellen und Deine Energieräuber schriftlich fest.

Überlege nun, wie Du Deine Kraftquellen besser in Deinen Alltag integrieren kannst und wie Du Deine Energieräuber aus Deinem Alltag vertreiben oder zumindest reduzieren kannst.

Viele weitere hilfreiche Übungen zur Stärkung Deiner Resilienz findest Du in dem „Logbuch Resilienz“ von Sylvia Kéré Wellensiek.

Wenn Du magst, kannst Du unter diesem Blogartikel gern einen Kommentar hinterlassen oder mir eine E-Mail an kontakt@marion-kellner.net schreiben, welches so Deine Energiequellen und Energieräuber sind.

Möchtest Du gern Unterstützung bei der Stärkung Deiner Resilienz? Ich helfe Dir mit meinem Coaching gern weiter. Buche Dir am besten gleich hier Dein kostenloses 30-minütiges Kennenlerngespräch.

Burnout vermeiden mit Tanzen

Burnout vermeiden im Online-Business

Gleich, als ich den Aufruf zur Blogparade von Sara Menzel mit dem Thema „psychische Gesundheit im Online-Business“ gelesen habe, habe ich mich sofort angesprochen gefühlt. Genau mein Thema! Wenn auch nicht nur im Online-Business, sondern im beruflichen Alltag überhaupt. Denn natürlich kann ich dann darüber schreiben, was man tun kann, um ein Burnout am besten zu vermeiden. Schließlich habe ich so meine Erfahrungen damit als Ex-Workaholic.

Die Gefahr der Überarbeitung

Ich weiß, wie schnell es passieren kann, dass man 6-7 Tage die Woche durcharbeitet und leicht 9-12 Arbeitsstunden pro Tag zusammenkommen. Besonders das Online-Bussiness im Home-office bietet da viele Fallstricke. Das Internet ist 24 Stunden täglich erreichbar.

Anstatt Feierabend zu machen, dachte ich: „Ach, diese E-Mails kann ich noch schnell vorher beantworten, dann sind sie schon mal erledigt.“ Es fing an, mit den E-Mails und dann sah ich noch weitere viele „kleine“ Aufgaben, die ich doch auch noch schnell abarbeiten konnte. Dann ist dies schon mal weg.

Und wenn ich schon dabei bin, kann ich doch auch nochmal schnell die Social Media Posts für die kommende Woche vorbereiten… Und ehe ich mich versah, war es schon 23 Uhr und Zeit, so langsam ins Bett zu gehen.

Kommt Dir das bekannt vor? Wir leben in einer Welt, in der wir permanent erreichbar und verfügbar erscheinen. Wer ist nicht neugierig und checkt nicht nochmal schnell die Whatsapp-Nachrichten am Abend? Es könnte ja etwas ganz Wichtiges sein…  Auch wenn es das eher sehr selten ist.  Kein Wunder, dass so viele im Burnout landen.

Mein Rezept, um Burnout zu vermeiden

Wir brauchen also gerade im Online-Business noch viel mehr Strategien, die uns helfen, gut für uns zu sorgen und auf unsere Work-Life-Balance zu achten. Sara Menzel ist neugierig darauf, was da so alles zusammenkommt an Ideen und ehrlich gesagt: Ich bin es auch! Ich lasse mich gern noch von anderen anregen, es mir gut gehen zu lassen, auch wenn ich inzwischen ein recht großes Repertoire an Selbstfürsorge-Ideen habe und diese auch in der Regel umsetze.

Von Claudia Kauscheder habe ich gelernt, wie wichtig eine Wochenplanung ist und dass dafür als allererstes die Pausenzeiten eingetragen werden sollten. Dies gilt auch für die Quartals- und Jahresplanung: Urlaube und andere Auszeiten zuerst eintragen, damit sie nicht hinten herunter fallen. Seitdem halte ich meine Pausen auch wirklich ein. Wichtig finde ich dabei auch, die Pausen auch wirklich als Pausen zu verbringen. Und nicht nochmal nebenbei die Wäsche aufzuhängen, das Bad zu putzen oder E-Mails bzw. Telefonate zu erledigen.

Bewegung gegen Stress

Da Sitzen ja das neue Rauchen ist, habe ich mir ein Trampolin gekauft und springe darauf ein paar Minuten in jeder kurzen Pause, die ich jeweils nach 45 – 50 Minuten konzentrierter Arbeitszeit mache. Da kommt der Kreislauf so richtig in Schwung. Ich habe anfangs gar nicht geglaubt, wie anstrengend dies ist. Schließlich bin ich seit meiner Kindheit nicht mehr Trampolin gesprungen.

Was mache ich noch, um dem Stress keine Chance zu geben? Natürlich meine geliebten Strandspaziergänge bei Sonnenuntergang. Ich kann gar nicht oft genug erwähnen, dass ein einstündiger Strandspaziergang einen Erholungswert von 3 Wochen Urlaub hat. Neben der gesunden Bewegung werden einfach alle Sinne angesprochen. Ich liebe es, aufs Meer zu schauen, den Wellen bei ihrem Spiel zuzusehen, die Meeresluft zu riechen und dem Gekreische der Möwen zu lauschen, während meine Füße den Sand und das Wasser berühren. Einfach traumhaft.

Eine weitere Leidenschaft von mir, die allerdings in der letzten Zeit zu kurz gekommen ist, ist der Bollywood-Tanz. Ich liebe die Bollywood-Songs und genieße es, mich im Rhythmus dieser Musik zu bewegen. Ich habe hier vor Ort einen tollen Kurs gefunden, zu dem ich 2 Mal in der Woche gehe. Auch wenn die einzelnen Schritte der Choreographie nur kurz gezeigt und auch für meinen Geschmack zu wenig eingeübt werden, komme ich einigermaßen gut mit, und das obwohl ich mit Abstand die Älteste bin. ? In dem Kurs, den ich in Berlin besucht hatte, haben wir uns zum Einüben der Choreographie viel Zeit gelassen. Aber dann sind wir fast alle ausgewandert.

Ein neues Leben beginnen

Apropos Auswanderung… Auch das gehört mit zu den Dingen, die mein Leben sehr viel ausbalancierter und stressfreier gemacht haben. Aus der stressigen Großstadt Berlin bin ich in ein kleines indisches Dorf mit 2.000 Einwohner*innen gezogen, das auch noch in einem subtropischen Klima und in Strandnähe ist. Damit ist es für mich der perfekte Wohnort. Zudem habe ich mein Leben hier total umgekrempelt und habe es völlig entschleunigt. 6-7 Arbeitstage pro Woche mit 9-12 Arbeitsstunden am Tag gehören nun endgültig der Vergangenheit an. Ich kann es mir sogar inzwischen gar nicht mehr vorstellen. Ich habe mir hier eine tägliche Morgenroutine angewöhnt. Der Vormittag gehört mir! Ich starte mit Meditationen, Yoga, Sport und/oder Schwimmen und meinem 6-Minuten-Tagebuch gestärkt in den Tag. Das fühlt sich völlig anders an, als das Herumgehetze am Morgen in Berlin. Falls Du noch keine Morgenroutine hast, möchte ich sie Dir dringend ans Herz legen. Und sei sie auch noch so kurz (denn nicht jede*r kann sich den ganzen Vormittag freinehmen, ich weiß…). Du wirst auf jeden Fall davon profitieren.

Natur als Kraftquelle

Ein neues Hobby, das ich mir erst hier in Goa angeeignet habe, ist das Gärtnern. Es ist zwar körperlich anstrengender, als ich erwartet habe – vor allem bei der großen Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit hier – aber es macht auch viel Spaß und es hilft mir sehr, mich geerdeter zu fühlen. Die blühenden Blumen sind natürlich auch eine große Augenweide. Was allerdings nicht zu toppen ist, ist das Essen von selbst angebautem Gemüse und Obst. Dieses schmeckt besonders lecker!

Meine große Leidenschaft

Diesen Blogartikel möchte ich allerdings nicht beenden, ohne noch mein allerliebstes Hobby zu erwähnen: das Lesen. Egal, ob es sich um einen Roman oder um Fachliteratur handelt, es entspannt mich total, wenn ich mich in ein Buch vertiefen kann. Jede freie Minute nutze ich zum Lesen. Ich hoffe trotzdem, dass ich bald noch mehr Zeit zum Lesen habe…

Was ich mir seit ein paar Monaten nun auch noch gönne, sind wöchentliche Massagen. Da ich jetzt drei Monate lang meinen Umzug vorbereitet habe und dadurch körperlich ungewohnt sehr beansprucht war, habe ich die Frequenz auf zwei Mal wöchentlich erhöht. Danach fühle ich mich wie neu geboren.

Aber mal ganz ehrlich: Ich gehöre zudem zu den wenigen glücklichen Menschen auf dieser Welt, die eine tolle und sinnstiftende Arbeit haben. Und ich denke, auch das trägt zu meiner psychischen Gesundheit im Online-Business bei.

Ich hoffe, Du hast ein paar Anregungen aus diesem Artikel für Dich mitnehmen können. Gerne möchte ich auch von Deinen Anti-Stress Strategien lesen, falls Du einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen möchtest. Es lohnt sich aber sicher auch, bei der Blogparade von Sara Menzel vorbei zu schauen und die vielen interessanten Ideen zur Selbstfürsorge zu lesen. Und dann natürlich umzusetzen!

Wenn Du Dir mithilfe von Coaching Unterstützung bei der Umsetzung der Anti-Burnout-Strategien wünschst, kannst Du Dir gerne hier einen 30-minütigen gratis Kennenlern-Termin mit mir buchen.

Gelassenheit Hängematte

Schritt für Schritt zu mehr Gelassenheit

Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, was Gelassenheit für Dich bedeutet? Oft ist es so, dass darunter ganz verschiedene Sachen verstanden werden: Ruhe, Ausgeglichenheit, Souveränität, Besonnenheit, Gefasstheit oder auch Unerschütterlichkeit. Alle diese Begriffe teilen aber auch eine Gemeinsamkeit. Sie beschreiben einen positiven und erstrebenswerten Zustand.

Ist Dir aufgefallen, dass im Wort Gelassenheit der Wortteil „lassen“ steckt? Mit dem Wort lassen können wir verschiedene Wörter in Verbindung bringen: loslassen, zulassen, gehen lassen, geschehen lassen, sein lassen und noch so manche mehr. D.h. es geht bei Gelassenheit darum, festhalten zu vermeiden und loslassen anzustreben.

Was unterscheidet gelassene Menschen von anderen?

Gelassene Menschen haben negative Glaubenssätze hinter sich gelassen oder aber sich auch von negativen Einflüssen bzw. unreflektierten Annahmen befreit. Sie haben ein gewisses inneres Gleichgewicht erreicht, indem sie sich eine reflektierte Draufschau angeeignet haben, indem sie Information sammeln und anders bewerten. So betrachten sie bestimmte Situationen, die sie erleben und Menschen, denen sie begegnen, anders als Menschen, die es nicht schaffen, mit Gelassenheit darauf zu reagieren.

Wie wir alle wissen, macht uns chronischer Stress auf Dauer krank. Menschen, denen es gelingt, gelassen zu bleiben, sorgen daher gut für sich und ihre eigene Gesundheit. Gelassenheit ist daher eine Form der Gesundheitsprävention.

Wir alle erleben manchmal schwierige Situationen in unserem Leben. Je gelassener wir darauf reagieren können, desto wohler fühlen wir uns. Wir schützen uns umso mehr vor durch Stress verursachten Erkrankungen, je besser wir eine Balance zwischen An- und Entspannung hinbekommen. Schon dafür allein lohnt es sich, Gelassenheit zu lernen.

Gelassenheit üben: wie der Bambus

Was Bambus mit Gelassenheit zu tun hat

Um Gelassenheit gut zu beschreiben, wird häufig das Bild von Bambus oder Schilfrohr bemüht: Mit ihren Wurzeln sind sie fest in der Erde verankert, biegen sich aber auch im stärksten Wind oder Sturm, ohne zu zerbrechen. Sie zeigen damit die perfekte Balance zwischen Loslassen und Festhalten.

Für uns hingegen ist es eher eine große Herausforderung, in unserem Alltag diese Harmonie zwischen Festhalten und Loslassen zu erreichen. Oder gelingt es Dir ganz einfach, aus einer inneren Stärke heraus, die Dinge geschehen zu lassen?

Dafür müssen wir uns unserer Wurzeln und Stärke bewusst sein. Und wir müssen so selbstbewusst sein, um unseren Standpunkt vertreten zu können. Eine weitere Voraussetzung für Gelassenheit ist, mit sich selbst gut im Einklang zu sein. Das bedeutet auch, genug Kraft und Zuversicht zu haben, sogar schwierige Situationen gut meistern zu können, ohne eine Entwurzelung zu erleben.

Sich die eigenen Ressourcen bewusst machen

Will ich mich mehr in Gelassenheit üben, wäre der erste Schritt, sich die eigenen Ressourcen bewusst zu machen. Folgende Fragen können Dir dabei helfen, dies zu tun:

  • Welche Herausforderungen habe ich bereits in meinem Leben gemeistert?
  • Was hat mir dabei geholfen? Bzw. wie habe ich das geschafft?
  • Welche Kraftspender habe ich?
  • Wie sehen meine Ziele aus?
  • Welche Unterstützer*innen habe ich an meiner Seite?
  • Was hilft mir, mich richtig gut zu fühlen?
  • Auf wen und was kann ich mich wirklich verlassen?
  • Welche Werte habe ich?

Die Antworten auf diese Fragen helfen Dir nicht nur dabei, Deine Ressourcen zu bestimmen, sondern auch, Dich auf Deine eigenen Kräfte zu fokussieren.

Love it, leave it or change it

Wahrscheinlich hast Du diesen Spruch schon gehört oder gelesen. Er erinnert uns daran, unsere Ressourcen so sinnvoll einzusetzen, dass wir den größtmöglichen Effekt erzielen. Es geht darum, zu erkennen, was wir lieben können, ändern sollten oder aber aufgeben müssen.

Drei Wünsche:

die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

Gelassenheit in diesem Sinne bedeutet demnach, schwierige Situationen erst einmal mit einer gelassenen Haltung zu analysieren. Folgende Fragen können uns dabei helfen:

  • Kenne ich solche Erfahrungen? Wie habe ich in diesen Situationen gehandelt und was resultierte daraus?
  • Welche anderen Menschen sind involviert? Was sind die Motive ihres Handelns?
  • Was genau stört mich an dieser Situation? Was löst sie in mir aus? Warum wird etwas dadurch in mir ausgelöst?
  • Welche Alternativen gibt es, anders zu handeln? Welche Folgen hätte dieses Handeln?
  • Kann ich die Situation so akzeptieren, wie sie ist? Oder kann ich sie verändern? Sollte ich sie lieber beenden oder verlassen? Was werden diese Handlungen bei mir und bei den anderen Beteiligten auslösen?

Diese Fragen werden Dir dabei helfen, mit mehr Gelassenheit herausfordernde Situationen in Deinem Alltag souverän zu lösen.

Bedürfnisse und Motivatoren

Aus unserem individuellen Wertesystem heraus entsteht unsere Motivation für bestimmte Handlungen. Wenn wir erkennen, was uns motiviert, hilft uns das dabei, unsere eigenen Handlungen zu hinterfragen und ggf. zu optimieren, wenn wir den Bedarf dafür sehen. Dafür ist es auch hilfreich, die eigenen Bedürfnisse zu kennen, denn diese motivieren uns ebenfalls zu bestimmten Handlungen.

Um in Zukunft gelassener handeln zu können, ist die Umsetzung folgender Punkte sehr hilfreich:

  • eigene Werte kennen und leben
  • eigene Bedürfnisse kennen und für deren Befriedigung sorgen
  • eigene Motivatoren kennen und ihnen folgen

Hinterfrage Deine Glaubenssätze!

Neben den obengenannten Faktoren spielen Deine Gedanken und Dein Glaubenssystem (und das ist nicht religiös gemeint!) eine nicht zu unterschätzende Rolle. Glaubenssätze sind unreflektierte Überzeugungen, die aus dem Unterbewusstsein unsere Handlungen und Gedanken steuern.

Glaubenssätze haben ihren Ursprung in der frühesten Kindheit. Deshalb ist es oft gar nicht so einfach, ihnen auf die Spur zu kommen. Wenn wir aber selbstbestimmt handeln wollen, müssen wir unsere oft sehr negativen Glaubenssätze herausfinden und sie verändern. Denn sie machen uns sehr unfrei und engen unseren Handlungsspielraum stark ein. Um aber mehr Gelassenheit in Deinem Leben zu implementieren, ist es wichtig, diesen Handlungsspielraum zu erweitern. Das heißt auch, sich von automatisierten Glaubenssätzen zu verabschieden und nunmehr freie Entscheidungen zu treffen. Wenn Du wissen willst, wie Du diese Glaubenssätze verändern kannst, empfehle ich Dir meinen Blogartikel „Das kannst Du gegen negative Grübeleien tun“.

Wenn Du Dir praktische Unterstützung bei der Umsetzung von mehr Gelassenheit in Deinem persönlichen und/oder beruflichen Alltag wünschst und Coaching für Dich der richtige Weg ist, kannst Du Dir hier gerne einen Termin für ein kostenloses 30-minütiges Kennenlerngespräch buchen. So kannst du mich und meine Arbeitsweise gleich schon mal kennenlernen.

negative Grübeleien

Das kannst Du gegen negative Grübeleien tun

Menschen in einem Burnout sind häufig den ganzen Tag mit Grübeleien beschäftigt. Diese sind häufig von selbstabwertenden Gedanken begleitet: „Das kann ich nicht schaffen!“ oder „Ich bin für diese Aufgabe völlig ungeeignet!“ Oder aber die Zukunft wird in den schwärzesten Farben ausgemalt: „Ich werde nie die richtige Arbeit für mich finden!“

Solche negativen Gedankenspiralen können ein Burnout noch verstärken und auch tief in eine Depression führen. Es kann bereits sehr hilfreich sein, sich die eigenen Erfolge zu vergegenwärtigen und sich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren. Auch für genug Entspannungsoasen im Alltag zu sorgen, kann dabei helfen, solche negativen Selbsthypnosen zu unterbrechen.

Der Gedankenstopp

Sind diese destruktiven Grübeleien jedoch sehr hartnäckig, könntest Du ihnen mit der Gedankenstopp-Methode Einhalt gebieten. Natürlich ist es wie mit allem anderem auch: Man muss es üben und trainieren! Wenn Du den Gedankenstopp aber regelmäßig durchführst, wird es Dir gelingen, diesen Gedanken-Kreislauf zu beenden.

Wie führst Du den Gedankenstopp nun durch?

Als erstes schreibst Du Dir alle wiederkehrenden negativen Gedanken auf. Dies ist eine Work in progress-Übung. Das heißt, immer dann, wenn Dir Neues dazu einfällt, kannst Du diese Gedanken zu Deiner Liste hinzufügen. Schreibe Dir auf jeden Fall alle Gedanken auf, die Dir nicht guttun.

Dann schreibst Du alle Auswirkungen auf, die jeder einzelne Gedanke auf Dich hat. Beispielsweise könntest Du schreiben „Wenn ich Angst habe, durch diese Prüfung zu fallen, bin ich so blockiert, dass ich vor lauter Befürchtungen nicht schlafen kann. Außerdem kann ich mich nicht genug konzentrieren, um zu lernen. Das führt dazu, dass ich nicht ausreichend gut auf die Prüfung vorbereitet bin.“

Nun geht es darum, einen konstruktiven Gedanken zu finden, der Dich besser fühlen lässt. Um das Ganze zu vereinfachen, ist es sinnvoll, erst einmal einen positiven Gedanken zu finden, der zu verschiedenen möglichen Situationen passt. In unserem obigen Beispiel könnte das zum Beispiel sein: „Ich werde das schon schaffen!“ oder „Ich bin in jeder Situation ruhig und gelassen.“

Mit diesem konstruktiven Gedanken schaffst Du ein Gegengewicht zu den Grübeleien. Du wirst jetzt vielleicht einwenden, dass Du diesen Gedanken sowieso nicht glaubst. Also wie soll das funktionieren? Ja, es braucht ein wenig Übung und Geduld. Aber Du wirst sehen, dass Du diesen Satz mit der Zeit wirklich in Deinem Bewusstsein verankern kannst und was noch viel wichtiger ist: Die positive Auswirkung dieses alternativen Gedankens wird Dich überzeugen! Denn wenn wir etwas anderes denken, hat dies auch eine andere Auswirkung.

Wenn Du also denkst, dass Du diese Prüfung schaffen wirst, stärkt dies Dein Selbstbewusstsein und Du wirst konzentriert lernen, damit Du gut auf die Prüfung vorbereitet bist. Was Dir dabei hilft, diesen positiven Gedanken zu verinnerlichen, ist, Dir einen Zettel mit diesem Satz darauf, überall hinzuhängen. So erinnerst Du Dein Unterbewusstes immer wieder daran.

Stopp bei negativen Grübeleien

Den negativen Gedanken unterbrechen

Nun kommen wir zu der eigentlichen Durchführung dieser Übung. Nimm Dir Deine Liste zur Hand und gehe Deine negativen Gedanken durch, ohne sie innerlich zu Ende zu führen. Anstatt Deine Grübeleien also bis zum Ende durchzudenken, unterbrichst Du sie, indem Du STOPP sagst oder denkst.

Um eine bessere Wirkung zu entfalten, gehst Du diesen Prozess mehrmals hintereinander durch, indem Du alle zuvor aufgeschriebenen destruktiven Gedanken so bearbeitest. Um den Effekt zu verstärken, kannst Du Dir auch ein rotes Stoppschild vorstellen. Nach dem Stopp-Signal folgt der konstruktive Gedanke, für den Du Dich zuvor entschieden hast. Das könnte dann so aussehen:

„Diese Prüfung schaffe ich auf keinen … STOPP! Ich werde das schon schaffen!“

Nun kannst Du daran gehen, diesen Gedanken-Stopp in Deinem Alltag zu etablieren.

Sobald du also merkst, dass Dir ein Gedanke durch den Kopf geht, der Dir nicht gut tut, setzt Du ein Stopp-Signal und sagst zu Dir selbst einen stärkenden Satz. So wird diese Übung Dir in Fleisch und Blut übergehen und Dich in Deinem alltäglichen Leben stärken.

Den Teufelskreis durchbrechen

Es ist ganz normal, dass es eine Weile dauern wird, bis dieser Prozess automatisierter ablaufen kann und Du ihn verinnerlicht hast. Es kann sogar sein, dass anfangs die destruktiven Gedanken vermehrt auftreten. Du darfst nicht vergessen, dass Du diese negative Selbst-Hypnose bereits seit vielen Jahren praktiziert hast. Daher lässt sich dies nicht von einem auf den anderen Tag ändern.

Du hattest es Dir vielleicht zur Gewohnheit gemacht, Dich bei einer Herausforderung gedanklich niederzumachen, was zur Folge hatte, dass Du diese Herausforderung nicht so gut meistern konntest. Dies erhöhte die Wahrscheinlichkeit, auf die nächste herausfordernde Situation wieder mit den gleichen negativen Gedanken zu reagieren. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, braucht etwas Zeit. Gib also nicht zu schnell auf, sondern probiere es eine Zeitlang aus. Sei auch auf vorübergehende Rückschläge vorbereitet.

Es ist empfehlenswert, anfangs 2-5 Minuten am Tag zu üben, um die Gedanken-Stopp Routine zu etablieren. Sobald Du Dich bei einem negativen Gedanken ertappst: Gedanken-Stopp und positiver Gegen-Gedanke!   

Sich von negativen Grübeleien distanzieren

Für manche kann es hilfreicher sein, sich von Gedanken zu distanzieren, anstatt die Gedanken-Stopp-Übung durchzuführen. Wahrscheinlich hast Du schon einmal von dem folgenden Experiment gehört. Die Aufgabe: Denke nicht an einen rosafarbenen Elefanten! Du wirst feststellen, dass Du nichts anderes tun kannst, als genau an diesen rosafarbenen Elefanten zu denken!

Das gleiche kann passieren, wenn Du versuchst, negative Gedanken aus Deinem Leben zu verbannen. Je mehr Du es versuchst, desto mehr drängen sich diese Gedanken auf. Doch meistens gibt sich dies nach einigen Tagen und manchmal auch Wochen üben wieder von allein. Wenn dies aber weiter anhalten sollte, gibt es eine wundervolle andere Möglichkeit, mit solchen destruktiven Gedanken umzugehen: Lass diese Gedanken zu, ohne sie ernst zu nehmen!

So entfernst Du Dich von Deinen Gedanken

Du kannst Dir diese Gedanken auf einer weißen Leinwand vorstellen und ihnen dabei zusehen, wie sie immer weiter verblassen. Oder Du setzt den Gedanken auf eine Wolke am blauen Himmel und siehst zu, wie die Wolke sich immer weiter entfernt, bis sie gar nicht mehr zu sehen ist. Manche finden es auch hilfreich, sich den Gedankenstrom wie fließenden Verkehr vorzustellen. Störende Gedanken setzen sie auf verschiedene Lastwagen und sehen ihnen dabei zu, wie diese abtransportiert werden.

Es ist sinnvoll, bei solchen Imaginationen möglichst entspannt zu sein, da diese Gedanken ja mit einigen Emotionen verknüpft sind und im entspannten Zustand leichter losgelassen werden können.

Am besten Du probierst beide Übungen jetzt gleich mal aus und schaust, welche Dir am besten liegt. Wie immer gilt: Tue es regelmäßig, um daraus eine positive Gewohnheit zu machen.


Wenn Du Dir Unterstützung bei der Überwiindung dieser negativen Grübeleien wünschst, dann unterstütze ich Dich gern mit meinem Coaching. Buche Dir hier gern Dein gratis Kennenlern-Gespräch, um mich und meine Arbeitsweise kennenzulernen.